Nach dem Abpfiff ging der Blick kurz zur Anzeigentafel. Danach folgte nicht nur grenzenloser Jubel – es war ein regelrechter Aufschrei der Befreiung! Endlich wurden Mannschaft und Trainer für ihre Arbeit auch einmal mit einem doppelten Punktgewinn belohnt.

Es war der erst zweite Saisonsieg der SG-Frauen und doch ein ganz besonderer. Es war die Art und Weise, wie die SG-Mädels sich diesen Erfolg erarbeiteten. Mit Ausnahme von 10 Minuten im zweiten Abschnitt war es Dominanz pur, was die Gastgeberinnen ablieferten.

Die Fehlerquote heruntergeschraubt, die Treffsicherheit erhöht und dies mit einem Spielverständnis was einem Außenstehenden signalisierte, dass sich hier auf der Platte alles präsentierte, nur nicht eine Mannschaft, die den im Prinzip sicheren Abstieg schon in der Tasche hat. Der Trend der beiden letzten Heimspiele mit den knappen 20:22 Niederlagen gegen die HSG Nabburg/Schwarzenfeld und dem 31:33 gegen den TSV Wendelstein fand seine Fortführung.

Die Mannschaft hat sich im Verlauf der Serie immer besser in die Spielklasse hineingearbeitet. Was fehlte waren die Punkte, die manchmal unglücklich, oft aber auch durch zu viele technische Fehler und ausgelassene Einwurfgelegenheiten immer wieder an die Gegner gingen. Diesmal hatte die Wölfel-Truppe das bessere Ende für sich und schloss dabei punktgleich zur HSG Volkach (10.) in der Tabelle auf.

Von Beginn an merkte man, dass sich die Gastgeberinnen etwas vorgenommen hatten. Doch manchmal kann auch Übereifer zum Erfolgverhinderer werden. Zumindest in den Anfangsminuten war das der Fall. Zwar befand sich das Chancenplus vom Start weg auf SG-Seite, doch machten die Mädels um Emma Roßner daraus zu wenig. Zudem wurde auch der erste Siebenmeter wieder einmal vergeben.

Da ließen sich die Gäste nicht zweimal bitten und legten mit 7:4 vor. Auch deshalb weil sie nicht nur konsequenter abschlossen. Weidhausen-Ebersdorf hatte auch den Druck des Gewinnen müssens im Rücken. Die Mannschaft reiste mit ausgeglichenem Punktekonto (13:13) an und stand nachdem die Nachholpartie unter der Woche bei der HG Zirndorf mit 22:25 verloren wurde auf einem Abstiegsrang. Vielleicht auch ein späteres Plus auf SG-Seite. Hier war der Druck weg, die Mannschaft konnte befreit aufspielen und das gelang ihr ab Mitte der ersten Halbzeit phasenweise sogar überragend.

Den zwischenzeitlichen 4:7 Rückstand wandelten die Gastgeberinnen mit einem 6:0-Lauf in eine 10:7-Führung und sorgten dabei für Erstaunen auf den Rängen. Vor allem deshalb, weil sich die Mannschaft ihre Führung spielerisch erarbeitete. Da machte sich nicht nur das Mitwirken von Kathrin Peetz wieder positiv bemerkbar, sondern auch die gute Harmonie und das Verständnis bei der Abwehrarbeit.

Hinzu gesellte sich mit Lena Popp, Rahel Tautenhahn, Emma Roßner und Deborah Lutz im Angriff ein Quartett, das nicht nur zusammen 22 Treffer erzielte, sondern auch die Nebenleute geschickt in Szene setzte und damit die gegnerische Abwehr von einer Verlegenheit in die andere stürzte. Man konnte es aus den Gesichtern der Westoberfranken herauslesen. Mit so einem couragierten SG-Auftritt hatte die HSG nicht gerechnet. Vielleicht waren die SG-Mädels angesichts ihrer sehr guten Vorstellung von sich selber etwas überrascht.

Pausenführungen gab es in dieser Saison schon einige Male. Doch diesmal gesellte sich die Sicherheit hinzu, die die Wölfel-Schützlinge im ersten Abschnitt erspielten und so mit in die zweite Hälfte nahmen. Dort bestimmten weiterhin die Frankenwäldlerinnen die Szenerie und bauten die Führung bis zur 42. Minute auf 23:18 aus. Einziger Kritikpunkt in dieser Begegnung ist die Tatsache, dass sich die SG-Mädels im Anschluss eine 10-minütige torlose Pause gönnten in der Weidhausen-Ebersdorf auf 23:21 verkürzte.

Danach nahm die SG den Faden erneut auf, spielte in der Schlussphase ruhig und konzentriert weiter und baute so den Vorsprung bis zum Abpfiff wieder auf vier Tore aus. Den Schlusspunkt setzte Torhüterin Mia Hahn, die sich den Job mit Romina Harich gut teilte, mit einem gehaltenen Strafwurf. Was dann folgte ist bekannt.

Die 6-fache Torschützin Lena Popp, die mit einer tadellosen Leistung überzeugte:
„Ein schnelles Spiel mit einer guten Trefferquote. Auch in der zweiten Halbzeit kamen wir gut ins Spiel und konnten schlussendlich gemeinsam die Punkte mitnehmen. Ein starke Teamleistung.“

Trainer Gerald Wölfel, der sich für seine Mädels mitfreute:
„Die Mädels haben sich diesen Sieg redlich verdient. Bis auf zwei kleine Schwächephasen waren wir über die gesamte Spieldauer die dominierende Mannschaft mit dem variantenreicheren Spiel.“

 

HANDBALL                    FRAUEN                    Oberliga Staffel Nord

SG – HSG Weidhausen-Ebersdorf                    28:24     (15:12)

SG Helmbrechts/Münchberg: Harich, Hahn – Sujak, Panzer (2), Leupold, Popp (6), Brett, Peetz (2), Tautenhahn (5/2),  Matus (1),  Roßner (5), Lutz (6), Fechner (1/1).

Schiedsrichter:  Drummer (Forchheim) / Langner (Weitramsdorf) – Zuschauer:  120  – Zeitstrafen: 1; 3.  Siebenmeter: 5/3; 10/8.