Rahel Tautenhahn, die auch diesmal wieder erfolgreichste SG-Werferin war, nach dem Abpfiff:
„Trotz einer zu Beginn soliden Abwehrleistung sind wir im Angriff an der guten gegnerischen Defensive und der starken Torhüterin gescheitert. Wir hatten gute Phasen und Chancen, konnten diese aber leider zu oft nicht nutzen.“

Sachlich absolut korrekt. Man hätte es aber auch deutlich drastischer formulieren können. Dem SG-Angriff fehlte in dieser Partie einfach der entscheidende Wumms. Was die Frankenwäldlerinnen im Abschluss in den ersten zwanzig Minuten boten, ging teilweise nicht mehr auf die oft zitierte „berühmte Kuhhaut.“

Trainer Gerald Wölfel nickte dies in etwa so ab, fügte aber fairerweise hinzu: „Uns fehlt, wie immer wieder vor Augen geführt, einfach die Körperlichkeit, die für diese Klasse notwendig ist um einen gleichwertigen Partner abzugeben. Damit auch oft die Kraft bei den Torwürfen.“ Und genau die fehlt immer und immer wieder. Selbst bei klaren Einwurfgelegenheiten fehlt dann einfach der entscheidende Druck beim Abschluss. So hatten die Gäste vor allem in den ersten 20 Minuten dieser Begegnung leichtes Spiel.

Sie mussten nicht fürchten, dass sie aus der Halle geschossen würden. Schon allein deshalb nicht, weil sie zudem mit Sabine Stockhorst eine Meisterin ihres Faches zwischen den Pfosten hatten. Immer wenn sich die Gastgeberinnen endlich auf die Anzeigentafel hätten bringen können, hatte Stockhorst ihre Finger am Spielgerät und hielt bis zur 21. Minute die Null.

Dann war es Julia Brett, die endlich den Bann brach. 1:5 nach 21 Minuten. Dem könnte man jetzt sowohl das Fragezeichen, wie auch ein Ausrufezeichen dahinter setzen. Ausrufezeichen, weil es die wohl torärmste Anfangsphase in der gesamte Saison bisher war. Das hatte natürlich Gründe. Neben der Gästekeeperin, hatte auch Romina Harich im SG-Gehäuse ihre Glanzmomente und verhinderte so die eine oder andere klare Gästeeinwurfmöglichkeit.

Das Fragezeichen ist damit schon zur Hälfte erklärt. Die andere Hälfte bestätigen zwei hervorragend eingestellte Abwehrreihen, die hüben wie drüben einfach nicht mehr zuließen. Trotzdem hätte in den Phasen, wo sich die SG-Angreiferinnen dann schon einmal durchsetzen konnten, mehr Zählbares herauskommen müssen. Das sah in etwa auch Trainer Gerald Wölfel nach der Partie so.

„Eine Unzahl an vergebenen Wurfchancen verhinderten leider ein etwas gefälligeres Endergebnis an diesem Tag. Trotz allem Einsatz und Willen können wir den Anforderungen in dieser Liga mit dem vorhandenen Spielerpersonal einfach nicht erfüllen.“ So von Wölfel treffend und korrekt zusammengefasst.

Nichtsdestotrotz nahm die Partie von der Torfolge her gegen Ende der ersten Halbzeit noch etwas an Fahrt auf. Der 5:9 Pausenrückstand entstand aber nicht einem spielerischen Übergewicht der Gäste, sondern fehlender Effizienz auf Seiten der Hausherrinnen.

Dass beim 5:9 nach Wiederanpfiff noch alles drin war für die SG, bewies auch die ausgeglichenen Endphase im ersten Abschnitt. Doch machten die Mädels aus Helmbrechts und Münchberg nicht dort weiter, wo sie vor der Pause damit begannen. Eine ausgeglichene Trefferquote anzustreben. Es war in Anbetracht des bereits feststehenden Abstiegs eine unverständliche Portion Nervosität im Spiel vorhanden, die den SG-Mädels immer wieder den geordneten Aufbau untersagte.

Immer wieder technische Fehler im Schlepptau, die so dem Gegner immer mehr in die Karten spielten. Die Spielgemeinschaft aus Herzogenaurach, Niederlindach und Siemens Erlangen zog die Partie erst endgültig auf ihre Seite, als sich auch die Fahrkarten bei der SG wieder häuften. Phasenweise war das Auslassen an Einwurfgelegenheiten schon haarsträubend. Der 7:20 Zwischenstand in der 49. Minute ein deutlicher Beweis dafür.

Es dauerte immerhin bis zur 53. Minute, ehe Rahel Tautenhahn ihr Team zweistellig auf die Anzeigentafel brachte. Der Rest war Ergebniskosmetik auf beiden Seiten.
Für die Gäste unterm Strich ein auch in dieser höhe verdienter Erfolg, mit dem sie ihr Punktekonto wieder in der Plusbereich gebracht haben. Über dem Berg ist die SG Frankenpower damit aber noch lange nicht.

Die SG-Mädels haben sich mit ihrer Situation in der Zwischenzeit arangiert und werden die Saison mit Anstand zu Ende spielen. Der Lernprozess, schon im Saison übergreifenden Hinblick gedacht, wird weitergehen. Hilfreich wäre für die Motivation aber schon noch der eine oder andere Punktgewinn in den letzten Spielen, der dann vielleicht nochmals einen kleinen Schub auslösen könnte.

Ob dies bereits bei der heimstarken HSG Nabburg/Schwarzenfeld eintrifft, wird sich dann am kommenden Samstag zeigen.

SG Helmbrechts/Münchberg – SG Frankenpower 11:26 (5:9)

SG Helmbrechts/Münchberg: Harich, Hahn – Sujak, Panzer (1), Leupold, Popp, Brett (1), Peetz, Tautenhahn (6/4), Matus (1), Till, Roßner (1), Lutz, Fechner (1).

Schiedsrichter: Heckel / Symander (Ansbach) – Zuschauer: 130 – Zeitstrafen: 4; 1.. – Siebenmeter: 7/4; 3/2.