Seit Wochen stehen die Handball-Frauen der SG Helmbrechts/Münchberg als Absteiger aus der Handball Oberliga/Nord fest. Doch von Resignation und Trübsal blasen keine Spur. Im Gegenteil.
Woche für Woche gehen die Schützlinge von Trainer Gerald Wölfel mit einem gesunden Selbstvertrauen in die jeweiligen Begegnungen. Zudem ist immer noch ausreichend Motivation vorhanden, um den jeweiligen Gegnern so einiges Abzuverlangen.
Jüngstes Beispiel war der Auswärtsauftritt an diesem Spieltag bei der HSG Nabburg/Schwarzenfeld, wo sich die Frankenwäldlerinnen einmal so richtig ins Match hinein knieten. Jederzeit auf Augenhöhe fehlten letztlich nur einige weitere gute Momente, um sich sogar mit Zählbarem in der Oberpfalz zu belohnen.
Dazu Keeperin Mia Hahn, die die gute Leistung von Kollegin Romina Harich aus Hälfte eins in der zweiten Halbzeit zwischen den Pfosten noch toppte:
„Wir sind gut ins Spiel gekommen, lagen jedoch durch eine nicht immer konsequente Abwehr schnell hinten. Im Angriff erzielten wir zwar unsere Tore, dennoch reichte es in dieser Phase nicht für mehr. Erst ab der 45. Minute war es dann eine starke Teamleistung mit der wir uns noch einmal herankämpoften. Leider hat es am Ende nicht zu Zählbarem gereicht.“
Vom Anpfiff weg wollten die Gäste den nicht gerade gelungenen Heimauftritt aus der Vorwoche gegen die SG Frankenpower in Vergessenheit geraden lassen und beteiligten sich diesmal sofort am erfolgreichen Angriffsspiel. Den ersten Treffer der Gastgeberinnen nach nur 25 Sekunden bereits nach 42 Sekunden egalisiert um dann bis zur 6. Minute sogar eine 4:2 Führung heraus zu werfen.
Richtig gut dabei, das waren die Gäste auch in der Folge. Obwohl gegen Mitte der ersten Hälfte eine Phase kam, wo wieder einmal viel zu viel Bälle nicht die Nebenspielerinnen erreichten. Es waren leichtfertige Pässe ins Nirgendwo die in dieser Klasse prompt mit Kontertoren bestraft werden und wurden. Es sind immer diese Momente, die längere und richtig gute SG-Szenen mit erfolgreichen Abschlüssen im Nu wieder ins Gegenteil drehen.
Dann kommt ein Rückstand, der oft auch schnell größer werden kann. Das war diesmal nicht viel anders. Die Gastgeberinnen schlugen daraus in der Endpase der ersten Hälfte enorm Kapital. Die Konterwelle brachte der oberpfälzer Spielgemeinschaft einen in dieser Höhe nicht mehr erwarteten 23:16 Pausenvorsprung.
Trainer Gerald Wölfel forderte für die zweiten dreißig Minuten noch einmal mehr Engagement und diese Worte nahmen sich seine Mädels zu Herzen. Was sie im zweiten Abschnitt und dort vor allem in den letzten zwanzig Minuten auf die Platte brachten war ein Auftritt der alles vermuten ließ nur nicht die Tatsache, dass hier eine Mannschaft abliefert die in der nächsten Saison nicht mehr in der Oberliga verteten ist.
Die Gastgeberinnen, die in der Breite gut aufgestellt waren, was auch am aktuellen vierten Tabellenplatz abzulesen ist, fanden plötzlich keine Mittel mehr. Die Gäste rissen das Geschehen von Minute zu Minute immer mehr an sich. Dabei spielten sie auch noch richtig guten Handball und belohnten sich vor allem einmal mit zahlreichen erfolgreichen Abschlüssen.
Endlich brachten die Frankenwäldlerinnen ein gutes Lauf- und Tempospiel mit ein, dem am Ende meist erfolgreiche Abschlüsse folgten. Neben Romina Harich in Halbzeit eins, war es dann Mia Hahn nach der Pause, die den Gastgeberinnen vor allem in der Schlussphase komplett den Zahn zog. Plötzlich machten sich einige wenige unsauber zu Ende gespielten Aktionen negativ für die SG bemerkbar.
Sie verhinderten, dass die Mädels aus Helmbrechts und Münchberg diese Partie mit einem Geniestreich in Form von Minimum einem Remis über die Ziellinie geschaulten hätten. Ob direkte Manndeckung in den Schlussminuten noch mehr bewirkte hätte, bleibt unbeantwortet. Geliebäugelt damit hat Trainer Gerald Wölfel mit dieser Maßnahme schon, der dann aber wegen des 35. Nabburg/Schwarzenfelder Treffes doch davon Abstand nahm.
Ein Lob für seine Mädels hatte er aber allemal bereit:
„Ein Auftritt mit deutlich mehr Licht als Schatten. Die Aufholjagd ab Mitte der zweiten Halbzeit zeigt aber schon, dass jeder Gegner in dieser Liga an seine Grenzen gehen muss um gegen uns zu punkten. Eine starke Teamleistung, getoppt von den beiden Torhüterinnen.“
„Aus dieser Partie gehen wir trotz Niederlage auf jeden Fall gestärkt heraus.“, so Gerald Wölfel abschließend.
HANDBALL FRAUEN Oberliga Staffel Nord
HSG Nabburg/Schwarzenfeld – SG Helmbrechts/Münchberg 37:34 (23:16)
SG Helmbrechts/Münchberg: Harich, Hahn – Sujak (2), Panzer (1), Leupold (3), Popp (3), Brett (2), Tautenhahn (8/4), Matus (4), Till, Roßner (6/1), Lutz (5), Fechner.
Schiedsrichter: Endres (Marktsteft) / Nanke (Schweinfurt) – Zuschauer: 60 – Zeitstrafen: 6; 4. – Siebenmeter: 5/3; 7/5.
