SG-Betreuer Leon Frischmann brachte es nach dem Abpfiff auf den Punkt: „Was wir heute erhalten haben, war eine klassische Lehrstunde. Wir sind aktuell für diese Kategorie einfach noch nicht gut genug und haben deshalb deutlich unsere Grenzen aufgezeigt bekommen.“
Trainer Gerald Wölfel schickte noch hinterher: „Ich muss meine Mädels allerdings dahingehend in Schutz nehmen, dass die große Spaßbremse für das eigene Spiel wieder einmal der vollgeharzte Ball war und damit auch der fehlende regelmäßige Umgang mit solchen Spielgeräten was sich immer wieder zum Nachteil auswirkt.“
Die Partie stand von Beginn an unter keinen guten Voraussetzungen. Aus dem sowieso schon viel zu kleinem Kader fielen noch Torhüterin Mia Hahn und Lena Popp aus beruflichen Gründen sowie die erkrankte Eva Matus heraus, sodass die Luft richtig dünn wurde. Da hat sogar Denise Bär nochmals ihre Schuhe für die Partie geschnürt und gezeigt, dass Erfahrung und Treffsicherheit durch nichts zu ersetzen sind.
Blieb im Vorfeld nur die Frage noch unbeantwortet, wie Pleichfeld nach der kürzlichen Niederlagenserie von vier Begegnungen am Stück diese Partie angeht. Auf jedem Fall mit offenem Visier, wie sich nach wenigen Minuten bereits herausstellte. Doch in dieser frühen Phase mischten die Gäste erst einmal kräftig mit. Beim 3:3 nach acht Minuten roch es noch nicht nach Einbahnstraßenhandball.
Das war auch nach einer guten Vierstelstunde bei zwischenzeitlicher 9:5 Führung für die Gastgeberinnen noch nicht der Fall. Es ist keine Entschuldigung, nur traurige Wahrheit und Bestätigung. Wenn die SG im Umgang mit Harz geschult wäre, dann hätten sie den Unterfränkinnen das Handballerleben in diesem Match wohl wesentlich schwerer gestaltet.
Aber so nahm das Unheil gegen Ende der ersten Halbzeit immer mehr seinen Lauf. Bei der HSG Pleichach lief der Ball wie am Schnürchen, bei den Gästen reichten sich Fangfehler, Fehlwürfe und Pässe ins Nirgendwo in regelmäßigen Abständen die Hände. Diese Art von Umgang mit dem Spielgerät blockiert dann mit zunehmender Spieldauer auch irgendwann immer wieder die Köpfe, weil einfach keine gleichen Voraussetzen herrschen.
Durch die dann auftretenden und immer häufiger auf der Tagesordnung erscheinenden Unzulänglichkeiten weicht dann auch mit zunehmender Spieldauer die Freude am SG-Spiel. Dazu gesellt sich die noch jugendliche Unerfahrenheit, was in der Summe diesmal immer wieder der HSG Pleichach in die Karten gespielt hat.
Erst einmal deutlich ins Hintertreffen geraten, geht bei den Mädels aus Helmbrechts und Münchberg dann auch die spielerische Linie verloren. Es gesellt sich die komplette Palette hinzu die dann auch in der Summe bestätigt, warum am Saisonende die SG Helmbrechts/Münchberg die Oberliga verlassen muss.
Gegen Ende der ersten Halbzeit wurde das SG-Spiel zu statisch mit zu wenig Bewegung in den Aktionen. Trainer Gerald Wölfel hat in der Halbzeitpause eingefordert, dass sich dies in der zweiten Hälfte wieder bessern muss, was dann auch ab und an der Fall war. Trotzdem wurde in den zweiten dreißig Minute zu viel verworfen. Hinzu kamen einfach zu viele Ballverluste. Auch der Rückzug bei gegnerischen Ballgewinnen war nicht gut. Vor allem bei Pleichacher Konterangriff bekamen die SG-Abwehrspielerinnen meist nur noch die HSG-Absätze zu sehen. Es wurde und blieb dann im zweiten Abschnitt vieles nur noch Stückwerk.
Zudem fiel ein Trumpfass im SG-Rückraum diesmal komplett weg. Rahel Tautenhahn hatte keine Zielwasser getrunken, was bei ihr ansonsten eher die Ausnahme ist. Was sich aber wieder einmal als ein Pluspunkt für die Gegnerinnen herauskristallisierte, war die Körperlichkeit auf Pleichacher Seite. Mit diesem Pfund werden die SG-Mädels in nahezu jeder Begegnung in dieser Spielklasse konfrontiert und haben da im Moment einfach noch nichts Entscheidendes dagegen zu setzen.
Gegen Ende der Partie, als die Siegerinnen bereits feststanden, fehlten bei den Gäste auch die schnellen Beine. Vor allem beim Verrutschen im Abwehrverbund wurde dies zum klaren Nachteil. Da nutzte es auch nur wenig, dass Trainer Wölfel mehr Bewegung im Spiel forderte. Die folgte nur noch sporadisch, genau so wie erfolgreichen Distanzwürfe.
Trainer Gerald Wölfel in seiner Annalyse:
„Die Mannschaft muss eben noch einen Reifeprozess durchschreiten. Der wird mit dem vorhandenen Kader auch erfolgreich zu erreichen sein, zumal bereits jetzt mit Philomena Igelhaut eine weitere Kaderauffrischung vorhanden ist.“ „Am Ende waren es auch die unterschiedlichen Bewegungsabläufe, die zwischen den Teams den Klassenunterschied ausmachten.“ So Wölfel zusammenfassend.
HANDBALL FRAUEN Oberliga Staffel Nord
HSG Pleichach – SG Helmbrechts/Münchberg 29:16 (17:9)
SG Helmbrechts/Münchberg: Harich – Sujak, Panzer (1), Bär (2), Leupold (3), Igelhaut, Brett, Tautenhahn (1), Till, Roßner (8/2), Lutz (4), Fechner.
Schiedsrichter: Schneider / Troll (Marktsteft) – Zuschauer: 80 – Zeitstrafen: 2; 3. – Siebenmeter: je 3/2.
