Nach dem Motto „man trifft sich immer zweimal im Leben“ drehten die Gäste diesmal den Spieß um. War es die SG, die in der Vorrunde beim 25:23 Auswärtserfolg ihren ersten Saisonsieg landete, gelang diesmal dem Club beim 35:31 der erste Saisonsieg, den die Norisstädter nach dem Abpfiff frenetisch feierten.

Man muss auch gönnen können war eine von mehreren Bemerkungen auf der Tribüne, wo die heimischen Fans mit Ironie ihre Enttäuschung zu überdecken versuchten. Konkreter wurde da schon Trainer Gerald Wölfel nach dem Abpfiff, der diesmal mit der Leistung seiner Mannschaft ganz und gar nicht einverstanden sein konnte. „Es wird schwer, das soeben Gezeigte in Worte zu fassen – dieser Stachel sitzt tief“. Er formulierte aber trotzdem.

„Diese Niederlage schmerzt, vor allem weil der Gegner in Reichweite war.“ „Dem Angriff kann ich aufgrund von 31 erzielten Toren nicht all zu viel vorwerfen. Jedoch zeigten die 35 Gegentore die Missstände an diesem Tag.“ So der enttäuschte Wölfel.

Emma Roßner, bei der diesmal auch Licht und Schatten abwechselten, fügte ergänzend hinzu: „Wir haben in der Abwehr zu wenig gearbeitet und die gegnerischen Schwächen nicht genutzt.“

Sie war es auch, die den letzten Siebenmeter an den Innenpfosten und damit den Schlussstrich unter eine Partie setzte, die wohl keinen Ehrenplatz in der Saisonrückblende erhalten wird. Man muss es einmal hart und deutlich zum Ausdruck bringen. Mit diesem Auftritt haben die SG-Mädels alles in Vergessenheit geraten lassen, was sie in den zurückliegenden Begegnungen ausgezeichnet hat.

Spielwitz, einkehrende Sicherheit, eine stabile Abwehr mit guten Torhüterleistungen. Nichts, aber auch rein gar nichts von all dem brachten die SG-Frauen in dieses Spiel ein. Im Gegenteil, sie gönnten sich den Luxus, ausgerechnet gegen den noch punktlosen Ligaletzten eine ihrer bisher schlechtesten Saisonleistungen aufs Parkett zu bringen – Enttäuschung pur!

Alles, nur nicht einen solchen Auftritt hatte man sich in heimischer Gymnasiumhalle erhofft. Vor allem auch deshalb, weil im kompletten Saisonverlauf immer wieder eine stetige Verbesserung in der gesamten Leistungsbreite zu erkennen war. Vielleicht war es einfach auch nur die Vorahnung aufgrund der Tatsache, dass das noch punktlose Schlusslicht aufkreuzt. Diese Partie können die Gastgeberinnen eigentlich gar nicht verlieren. Gegner unterschätzt und das von Anfang an!

Denn die Norisstädter nahmen schon früh am Geschen teil, obwohl sie lange Zeit einem 3-Tore-Rückstand hinterher laufen mussten. Vom 3:0 über 11:8 bis zum 13:10 schafften es die Gastgeberinnen aber nicht, ihre vorhandenen Möglichkeiten in Tore umzumünzen. Zudem kassierte man hinten viel zu viele einfache Gegentreffer, was sich dann gegen Ende der ersten Halbzeit rächte.

Wie eigentlich schon im Vorfeld bekannt, nahmen auch diesmal bei den Gästen Oumaima Harbaoui, Sarah von Neuenkirchen und Helen Blöchinger das Zepter in die Hand. Sie erzielten zusammen nicht nur 23 Treffern sondern dominierten auf der gesamten Spielfläche. Das hatte zur Folge, dass der 1. FCN Handball die Partie drehte und mit knapper Führung in die Kabine ging.

Mit dieser Tatsache setzte bei den Gastgeberinnen anscheinend eine Kopfblockade ein. Nur nicht gegen den Letzten daheim verlieren. Das schien einer der Hauptgedanken bei den Frankenwäldlerinnen zu sein. Und mit dem gerieten sie immer weiter auf die Verliererstraße. Es gelangen phasenweise die einfachsten Sachen nicht mehr. Den selbst auferlegten Druck hielten die Wölfel-Schützlinge nicht stand.

Erst als die Gäste kurzzeitig Schwächen offenbarten und Antonia Panzer mit einem sehenswerten Treffer die Führung zum 29:28 wieder auf SG-Seite drehte, schien sich das Blatt dann doch zum Guten zu wenden. Doch schon Minuten später entpuppte sich das Ganze als Strohfeuer und das Unheil nahm aus heimischer Sicht weiter seinen Lauf. Trainer Gerald Wölfel meinte nach Abpfiff: „An diesem Tag sollte es einfach nicht sein. Zu viele individuelle Fehler standen den möglichen Heimsieg zu oft im Weg.“

Den Gäste, die in der Schlussphase wieder mehr Gefallen an ihrer eigenen Darbietung fanden, setzten mit einem eindrucksvollen 7:2-Endspurt den Deckel auf diese Partie und sicherten sich so völlig verdient ihre ersten Saisonzähler.

Die SG-Frauen können jetzt in der Faschingspause Wunden lecken, bevor sie am 21. Februar beim Tabellenvierten HSG Pleichach aufs Parkett müssen. Dann hoffentlich wieder frei in den Köpfen mit vorher gedrücktem Resetbutton.

SG Helmbrechts/Münchberg – 1. FCN Handball 31:35 (17:18)
SG Helmbrechts/Münchberg: Harich, Hahn – Panzer (3), Leupold (3), Popp (4), Brett, Tautenhahn (3/2), Matus (4), Till, Roßner (7/4), Lutz (7), Fechner.

Schiedsrichter: Grimm / Müller (Cadolzburg) – Zuschauer: 130 – Zeitstrafen: 3; 4. – Siebenmeter: je 8/6.