Gleich mit mehreren positiven Aspekten gehen die SG-Frauen aus diesem Spieltag heraus. Der 1. FCN Handball bleibt weiterhin Ligaschlusslicht. Grund dafür ist die Tatsache, dass der Club gegen die HG Zirndorf nach einer 7-Tore-Führung am Ende noch mit 35:37 den Kürzeren zog. Somit bleiben die Norisstädter punktloser Träger der „Roten Laterne“. Die SG rangiert weiterhin auf dem vorletzten Rang, muss sich aber trotzdem langsam mit dem Gedanken anfreunden, im nächsten Jahr in der Bezirksoberliga Oberfranken an den Start zu gehen.
Die Mannschaft ist in der Zusammensetzung für eine Oberliga einfach noch nicht reif genug. Auch oder vielleicht sogar hauptsächlich in erster Linie wegen der fehlenden Körperlichkeit um gegen gestandene Gegnerinnen bestehen zu können. Das ist so, das ist auch nicht tragisch, weil dies bereits vor Saisonbeginn vorausschauend erahnt wurde. Zudem tritt immer wieder die Problematik auf, nur selten oder fast gar nicht in Bestbesetzung auflaufen zu können. Das kommt dann noch erschwerend hinzu.
Diesmal schmerzte vor allem der verletzungsbedingte Ausfall von Rahel Tautenhahn, die auch meistens in die Rolle der SG-Torjägerin schlüpft. Doch weiter zum Positiven. Mia Hahn ist zurück im Tor und bildet zusammen mit Romina Harich ein Torhüterinnengespann, das in der Kombination wohl zur Spitze in dieser Spielklasse gehören wird. Erste Eindrücke lieferten die Beiden bereits diesmal, wo jede je eine Halbzeit einen richtig starken Eindruck hinterließ.
Der dritte positive Aspekt war der Auftritt in der ersten Hälfte, auch wenn die Zwischenstände auf den ersten Blick nicht unbedingt diesen Eindruck vermitteln. Zudem die Tatsache, dass Eva Matus, obwohl noch immer nicht ganz wieder hergestellt, der Mannschaft viele Impulse gab und zudem beste SG-Werferin an diesem Tag war.
Trainer Gerald Wölfel war vor allem von der Leistung in den ersten zwanzig Minuten angetan, wo die Gäste bis zum 5:6 richtig gut dabei waren. Auch deshalb weil, wie er ausdrücklich erwähnte, dies in etwa die Truppe ist, die auch in der kommenden Saison den SG-Kader stellen wird. Wölfel nach dem Spiel: „In diesem Abschnitt spielte meine Mannschaft so, wie ich mir das vorstelle.“ „Die 5:1 Abwehr stand gut, im Angriff lief der Ball schnell, die Kombinationen waren flüssig, der Weg in die Tiefe wurde -angeführt von Emma Roßner- immer wieder gesucht und ebenso der oft erfolgreiche Abschluss.“
Doch gegen Ende der ersten Hälfte begann Marktsteft damit, der Partie den Stempel aufzudrücken. Dann war die Gästeabwehr mit zunehmender Spieldauer nicht mehr in der Lage, sich gegen die durchschlagskräftigen Gastgeberinnen zu stemmen. Der Marktstefter 9:4-Lauf ab der 20. Minute bestätigt den dann einseitigen Spielverlauf. Ab Halbzeit zwei wurde es dann immer schwieriger für die SG-Mädels sich im Angriff gegen die robusten Marktstefterinnen durchzusetzen. Vermehrte Fehlwürfe und Fehlpässe -auch ein Stück weit der Harzproblematik geschuldet- waren die Folge.
Routinierte Teams, so wie auch der TV Marktsteft eines ist, ziehen daraus sofort ihren Nutzen und machen dann gleich dort weiter, wo sie die erste Halbzeit beendet hatte. Mit einem Sturmlauf, der sich dann durch die komplette zweite Halbzeit zog. Mit zunehmender Spieldauer trat immer mehr zum Vorschein, was auch in den meisten Begegnungen dieser Saison schon charakteristisch war. Nach meist ausgeglichenen ersten Hälften folgen zweite Halbzeiten, bei denen die Übermacht der Gegner mehr als deutlich wird. Das war auch in dieser Partie so, wo am Ende ein auch in der Höhe verdienter Sieg der Gastgeberinnen stand.
Trainer Gerald Wölfel:
„Einsatz und Wille der Mädels waren während der gesamten 60 Minuten ohne Tadel. Mit zunehmender Spieldauer mussten wir aber die Überlegenheit des Gegners anerkennen und hatten auch nichts mehr entgegenzusetzen.“
Jetzt geht es am kommenden Samstag im ersten Heimspiel des neuen Jahres in der Münchberger Gymnasiumhalle im Oberfrankenderby gegen die HSG Weidhausen-Ebersdorf, die bereits in der Vorrunde deutlich mit 21:31 die Oberhand behielt.
TV Marktsteft – SG Helmbrechts/Münchberg 27:14 (15:8)
SG Helmbrechts/Münchberg: Harich, Hahn – Sujak, Panzer (2), Popp (2), Brett (2), Till, Matus (3), Denk (1), Roßner, Lutz (1), Fechner (3).
Schiedsrichter: Heckel / Symander (Ansbach) – Zuschauer: 100 – Zeitstrafen: 3; 4.. – Siebenmeter: 3/2; 5/2.
