Nach der Herbstspielpause startet an diesem Wochenende die zweite Hälfte der Vorrunde in der Handball Oberliga Staffel Nord der Männer, die mit dem Spieltag 13./14. Dezember abgeschlossen wird. Die bisherigen Begegnungen haben einmal mehr eindrucksvoll bewiesen, wie ausgeglichen diese Liga ist. Bis auf das noch punktlose Schlusslicht DJK Waldbüttelbrunn II kann jeder jeden schlagen und so war auch der bisherige Saisonverlauf.
Nur drei Pluspunkte trennen im Moment den Spitzenreiter und den Ligaachten. Eine Leistungsdichte, die es zu diesem Zeitpunkt in zurückliegenden Spielzeiten nur selten gab. Genau deshalb können sich die Mannschaften eigentlich den Blick auf die Tabelle sparen. Alles nur Momentaufnahmen mit von Spieltag zu Spieltag entsprechenden Verschiebungen in der Rangfolge. Aller Voraussicht nach wird sich das auch im weiteren Saisonverlauf nicht ändern.
Für den sicheren Ligaverbleib werden deshalb diesmal bestimmt 24 oder 25 Pluspunkten notwendig. Ein Blick zurück in die Spielzeit 2024/2025 der Frauen Oberliga bestätigt das, denn dort hätten die SG-Damen mit 23:21 Punkten in die Relegation gemusst.
Um möglichst frühzeitig die Sollpunktzahl zu erreichen sind die Kontrahenten Woche für Woche gefordert. Da ist es auch vollkommen egal, ob in eigenen oder in des Gegners Hallen Punkte vergeben werden. Auf die Heimstärke allein wird man sich nicht verlassen können, denn nur damit ist das erforderliche Punktekontingent nicht zu erreichen.
Zumal dann nicht, wenn überraschender Weise in eigener Halle einmal der Gegner die Oberhand behält, so wie dies der SG Helmbrechts/Münchberg vor der Herbstpause beim 24:28 gegen den starken Liganeuling HC Forchheim in der Münchberger Gymnasiumhalle passiert ist. Was liegt da näher, um sich die verlorenen Zähler gleich am Folgespieltag wieder zu holen. Doch der nächste Auswärtsgegner am Sonntag ist keine Laufkunschaft, die dies so ohne Weiteres zulassen wird.
Die Rede ist von der SG DJK Rimpar II. Ein Meisterschaftsmitfavorit, der zudem vor der Spielpause beim HC Erlangen III mit 28:40 unter die Räder kam und sich so eine weitere Niederlage am Stück gerne verkneifen will. Sowohl für die Unterfranken wie auch für die SG kam die Herbstpause wahrscheinlich zur rechten Zeit um die Wunden zu lecken, die nach den jeweiligen Niederlagen entstanden sind. Inwieweit das gelungen ist, wird sich am Sonntag ab 15:00 Uhr in der Rimparer Dreifachsporthalle zeigen.
Die SG hat bestimmt nicht damit gerechnet, dass ausgerechnet vor diesem Aufeinandertreffen ein Liganeuling den Heimnimbus der Seiferth-Schützlinge zerstört. Fast auf dem Tag genau waren die Frankenwäldler in heimischen Hallen ein Jahr unbesiegt und dann kommt der HC Forchheim, legt eine couragierten Auftritt auf´s Parkett und mit dem Schwung im Rücken gelang dem HC vor einer Woche beim Regionalligaabsteiger TSV Roßtal mit dem 30:27 Auswärtserfolg gleich ein weiteres Husarenstück. Damit schließt Forchheim mit 8:4 Zählern zur punktgleichen Verfolgergruppe auf.
Eine Gruppe, die Rimpar II mit einem Satz nach vorne gerne verlassen möchte um so den Weg zur Tabellenführung in Angriff zu nehmen. Die Niederlage beim HC Erlangen III hat dies für den Augenblick verhindert. Vor allem in der Höhe war dieser Ausrutscher nicht unbedingt zu erwarten. Da ist der SG im Vorfeld schon klar, was die Mannen aus Helmbrechts und Münchberg am Sonntag in Rimpar erwartet. Ein Gastgeber, der alles versuchen wird, um mit einem Erfolg der SG die Tabellenführung zu entreißen.
So gesehen eigentlich ein Vorteil für die Mannen um Spielmacher Jonas Roßner, die an diese Aufgabe ohne jeglichen Druck herangehen können. Ihr Zwischenziel nach der Hälfte der Saison sehen die Gäste durchaus als erreicht an. Das bedeutet natürlich nicht, sich auf dem aktuellen Stand auszuruhen und nach dem Abpfiff in Rimpar als guter Gast nur zum Abliefern der beiden Zähler vorbei gekommen zu sein.
Nein, die Schützlinge von Trainer Christian Seiferth werden alles versuchen um mit einem kompakten Gesamtauftritt den Gastgebern alles andere als eine leichte Hausaufgabe zu ermöglichen. Den Heimauftritt gegen Forchheim einmal außen vor gelassen, hat die SG mit ansprechenden Leistungen im bisherigen Saisonverlauf überzeugt. Genau daran wollen die Oberfranken am Sonntag in Rimpar anknüpfen.
Immerhin gibt es dort auch etwas zu verlieren. Schon bei einem Punktverlust könnte die Tabellenführung an einem der Verfolger gehen. Beim letzten Auswärtsspiel in Auerbach hat alles gepasst. Der knappe Erfolg in der Oberpfalz hat gezeigt, dass die SG zwischenzeitlich auch in fremden Hallen eine beachtliche Klinge zu schlagen im Stande ist.
Genau das wollen die Frankenwäldler auch am Sonntag in Rimpar auf die Platte bringen. Erster gegen den Dritten – mehr Oberligaspitzenspiel geht nicht und dann wird sich zeigen, wer auf dem Punkt die paar Prozent mehr bringt, die am Ende über Sieg oder Niederlage entscheiden.
Trainer Christian Seiferth mit seiner Vorausschau auf dieses Match:
„Rimpar ist eine wirklich junge Mannschaft, die mit enormen Tempo kommen wird. Dieses Tempo und die immer wieder angezogenen 1:1 Aktionen müssen wir zu unterbinden wissen.“ „Wenn es uns gelingen sollte unseren Rythmus auf die Platte zu bringen und vorne eine gute Wurfausbeute zu generieren, dann gehe ich von einer spannenden Partie über 60 Minuten aus.“
Den Blick nach vorne gerichtet, verbunden mit dem Fünkchen Hoffnung auf den Klassenerhalt, hätte es diese Niederlage nicht geben dürfen. Die Rede ist vom torarmen 11:18 im Kellerduell bei der HSG Volkach. Die SG bleibt so mit 2:12 Zählern Vorletzter vor dem noch punktlosen 1. FCN Handball, gegen den die Frankenwäldlerinnen ihren bisher einzigen Erfolg erzielten.
Am Sonntag besteht nun ab 16:00 Uhr in der Hannberger Seebachgrundhalle gegen die gastgebende SG Frankenpower (Spielgemeinschaft bestehend aus der TS Herzogenaurach, SG Siemens Erlangen, HC Niederlindach) die nächste Möglichkeit das eigene Punktekonto aufzubessern. Um überhaupt noch eine realistische Chance für den Ligaerhalt aufrecht zu erhalten muss gewonnen werden. Schon ein Remis würde die Ausgangslage weiter verschlechtern.
Den Mädels aus Helmbrechts und Münchberg war schon weit vor Saisonbeginn bewusst, auf welches Abenteuer sie sich in dieser Spielzeit in der Oberliga Staffel Nord der Frauen einlassen. Studienbedingte Abgänge, Auslandsaufenthalte (schulisch und beruflich) Beendigung der Laufbahn von Leistungsträgerinnen. All das hat den Kader der SG-Frauen derart dezimiert, dass eigentlich ein Start in der Oberliga von Beginn an als Nonsens zu bezeichnen war.
Doch etwas wollten weder die Verantwortlichen noch die Aktiven. Man wollte sich durch einen Rückzug in eine Liga tiefer nicht um die theoretische und somit sportliche Möglichkeit eines möglichen Klassenerhalts in der Oberliga berauben. Die bisherigen Leistungen der Frankenwäldlerinnen waren fast immer über eine dreiviertel Stunde durchaus ansehnlich, auch gegen Spitzenmannschaften der Liga.
Was fehlte war am Ende der Ertrag. Dies ist u.a. auch der Tatsache des kleinen Kaders geschuldet. Es fehlt immer in etwa nach zwei Dritteln der Spielzeit der Personal zum ständigen Durchwechseln um so konditionell die Gleichwertigkeit über die gesamte Spielzeit aufrecht zu erhalten.
Dann würden wahrscheinlich auch die technischen Fehler weniger, die der fehlenden Kondition gegen Spielende geschuldet sind und eventuell würde auch die Trefferquote steigen. Ein Teufelskreis, weil alles irgendwie mit allem zusammenhängt. Aber so ist die aktuelle Situation eben, wie sie in der Tabelle abzulesen ist. Die SG mit nur zwei Puspunkten auf dem vorletzten Tabellenplatz.
Genau deshalb wäre ein Sieg in letzten Treffen vor der Herbstpause bei der HSG Volkach so eminent wichtig gewesen. 11:18 – allein dieses Ergebnis wirft Fragen auf. Mit 11 erzielten Toren kann man kein Spiel gewinnen – das ist Fakt! Im Umkehrfall darf mit nur 18 Gegentreffer eigentlich kein Spiel verloren gehen. Wenn dann schon einmal der Wurm drin steckt, dann geht die unglückliche Verkettung weiter und zwar in Form von verletzungsbedingten Ausfällen. Neben Leni ZInkler fehlt jetzt an diesem Wochenende -eventuell sogar länger- auch Eva Matus. Verletzungen schwächen das Team zusätzlich, was die Ausgangslage weiter verschlechtert.
Trotzdem gilt es am Sonntag nochmals alles in die Waagschale zu werfen, um mit einem Erfolg den Anschluss ans hintere Mittelfeld herzustellen. Dafür werden die Schützlinge von Trainer Gerald Wölfel alles geben. Vielleicht gelingt es um neuen Mut zu schöpfen und so dann den Kampf gegen die Windmühlen fortzuführen. Ein schwieriges Unterfangen bleibt es allemal.
Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und solange rechnerisch noch alles möglich ist wäre es deutlich verfrüht, sich um den Text einer Grabrede zu bemühen. Die SG-Mädels haben die punktspielfreie Zeit genutzt und stürzen sich jetzt am Sonntag voller Zuversicht ins nächste Kellerduell auf fremden Parkett. Helmbrechts/Münchberg 2:12 Punkte, Frankenpower 4:8. Allerdings wird der Verlierer im Ligakeller sitzen bleiben.
Trainer Gerald Wölfel im Hinblick auf dieses wichtige Auswärtsspiel: „Der Ausfall von Eva Matus trifft uns natürlich schwer. Daher müssen die Mädels jetzt noch mehr auf den Positionen rotieren und jede Einzelne mehr Verantwortung übernehmen.“
„Ziel ist es, etwas Zählbares mit nach Hause zu nehmen“. So Wölfel im Hinblick auf diese Partie.
Samstag 15.11. – Heimspiele in Helmbrechts
14:30 Uhr männliche D gegen HG Naila
16:00 Uhr weibliche B gegen TS Coburg
17:45 Uhr weibliche A gegen HV Oberviechtach
Samstag 15.11. – Auswärts
14:00 Uhr männliche B beim MTV Stadeln
18:00 Uhr Herren 3 beim TV Ebern
Sonntag 16.11. – Auswärts
11:45 Uhr männliche C bei der HSG Fichtelgebirge
13:30 Uhr weibliche B2 beim TSV Weitramsdorf
14:45 Uhr weibliche C beim MTV Stadeln
15:00 Uhr Herren bei der SG DJK Rimpar 2
15:30 Uhr Damen 2 beim TSV Weitramsdorf
16:00 Uhr Damen bei der SG Frankenpower
