Mit einer Niederlage aus dem Handballjahr 2025 verabschiedet, mit einer Niederlage ins Handballjahr 2026 gestartet. Die Hoffnung auf mehr war im Vorfeld berechtigterweise vorhanden, doch ließen starke Gegner mit dem Heimvorteil im Rücken einfach nicht mehr zu. In der Tabelle mit aktuellen 15:11 Punkten in einem Pulk von mehreren punktgleichen Teams nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses auf Rang fünf ist für den Moment trotzdem absolut in Ordnung.

Jederzeit in Ordnung war auch der SG-Auftritt beim heimstarken TV Marktsteft, doch wurde diese Begegnung -wie bereits im Vorfeld erahnt- durch Nuancen entschieden. Die Gastgeber ohne Spielmacher und Torjäger Christoph Wendel, aber mit einem starken Sebastian Seitz. Die Gäste ohne Jan Pöhlmann aber wieder mit Darek Zach. Die Voraussetzungen für eine typische 50:50-Partie waren aber auch so vorhanden.

Durch den Sieg des TSV Roßtal in der 18:00 Uhr-Partie beim HC Forchheim ergaben sich plötzlich für beide Kontrahenten Möglichkeiten, um sich in der aktuellen Tabelle weiter zu verbessern. Marktsteft besaß die Chance durch einen Heimsieg mit den Gästen gleichzuziehen. Im Umkehrfall hätten die Frankenwäldler mit einem doppelten Punktgewinn ihren dritten Rang für den Augenblick festigen und sich mit zwei Zählern Vorsprung vor die Verfolger setzen können.

Allein dadurch erhielt diese Partie nochmals eine besondere Brisanz. Die Zuschauer durften sich auf eine spannende Auseinandersetzung freuen. Marktsteft versuchte vom Anpfiff weg das Geschehen zu bestimmen. Auch deshalb, weil man sich unbedingt für die knappe Vorrundenniederlage revanchieren wollte. Der TVM begann, als wolle er alles in Grund und Boden spielen. Fabian Benkert mit dem 1:0, dem ein Doppelschlag durch Sebastian Seitz zum 3:0 folgte. Diese Beiden streuten im gesamten Spiel immer wieder in regelmäßigen Abständen ihre Treffer ein und brachten es am Ende zusammen auf 18 Buden.

Der Start ging so erst einmal an die Hausherren, die auch in den Folgeminuten das Zepter fest in der Hand hielten und die Führung bis zur 7. Minute auf 6:2 ausbauten. Doch dann schoben die Gäste die leichten Anlaufschwierigkeiten bei Seite und knieten sich ihrerseits ins Match. Es folgten bärenstarke Abwehraktionen auf Seiten der Frankenwäldler, die über 10 Minuten den Laden hinten dicht machten. Gerutscht, verschoben, geblockt und gehalten. Alles was zur Abwehrperfektion beiträgt, hatten die Geste im Repertoire. Die Gastgeber bissen sich die Zähne aus, die SG glich aus.

Ab dem 6:6 wurde es eine ganz enge Kiste, wo plötzlich die kleinen Vorteile auf SG-Seite kippten. Wie nach der 10:9 Führung der Gastgeber, die in der Folge Julian Merz mit einem Doppelschlag und wenig später Jakob Pritschet in eine 12:10 Gästeführung umwandelten. Es wurde im weiteren Spielverlauf eine Partie der Momente, wo immer wieder Tore im Block mal den Lauf der einen und dann wieder der anderen Mannschaft bestimmten.

Genau das bestätigte auch die Schlussphase der ersten Hälfte, die dann mit vier Treffern am Stück an die Hausherren ging, die die 14:12 Führung mit in die Kabine nahmen. Es war ein ständiges hin und her wo immer wieder für Minuten der Eindruck entstand, jetzt könne das Team, das gerade den Lauf hat, für eine mögliche Vorentscheidung sorgen.

Das passierte dann auch in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit. Die Gäste ließen einige wenige Gelegenheiten ungenutzt und im Nu legten die Stefter nach. 41. Minute 20:16, war das der eingeschlagene Weg in Richtung Heimsieg? Doch bevor dieser Eindruck bleibend wurde, legten die Gäste den Hebel wieder um. Es war phasenweise beeindruckend, wie sich die Seiferth-Schützlinge immer wieder in die Partie hineinknieten und dabei auch versuchten, die Partie auf ihre Seite zu kippen.

Mit einer bis auf wenige Ausnahmen hervorragend funktionierenden Abwehr klappte das auch und siehe da: In der 52. Minute war es dann wieder soweit. Führung gewechselt und dafür zeichneten sich zweimal Jakob Pritschet, sowie Silas Pritschet und Darek Zach mit einem Viererpack aus. Jetzt tauchte die Partie in die Phase ein wo eigentlich davon ausgegangen werden konnte, das ein erneuter Führungswechsel in den restlichen Minuten nicht mehr möglich sei.

Aber dann war es die fehlende Cleverness auf Seiten der Frankenwäldler, nicht mehr und nicht weniger, die den Unterfranken noch einmal das Tor zum Sieg ganz weit öffnete. Grund dafür u.a. auch ein vergebener Konter zur möglichen Dreitoreführung und vielleicht damit den folgenden k.o. für den TV Marktsteft. Doch gerade diese vergebene 100 %ige und ein, zwei weitere Möglichkeiten in der Folge trieben die Hausherren nochmals an.

Allen voran Sebastian Seitz, der mit einem Hattrick noch einmal für einen Führungswechsel sorgte. Genau das brachte die SG auf die Verliererstraße, die sie in den Schlusssekunden auch nicht mehr verließ. Lediglich der Treffer von Darek Zach unterbrach den Lauf der Hausherren, die sich bis zum Abpfiff sogar noch auf vier Treffer absetzen konnte. Das ist Handball. Gleich mehrmals am Auswärtserfolg geschnuppert, dann sogar in der Schlussphase schon ganz fest die Hände zumindest an einem Punkt, um nach Abpfiff völlig blank dazustehen.

Der 3-fache SG-Torschütze Moritz Panzer fasste es nach Abpfiff so zusammen:
„Harter Kampf, den wir in vielen Phasen des Spiels auch angenommen haben und durchaus auch unser Spiel auf die Platte bringen konnten. Am Ende fehlte uns meiner Meinung nach auch etwas die Ruhe und Cleverness dieses Spiel dann ab der 50. Minute in unsere Richtung zu bringen.“
„Jetzt zählt es unter der Woche im Training zusammen daran zu arbeiten und auf unseren Stärken aus der Vorrunde aufzubauen, um in den nächsten Wochen extrem wichtige Punkte zu holen.“

Dem hatte Trainer Christian Seiferth nur noch folgendes hinzuzufügen:
„Wir haben über 50 bis 55 Minuten wirklich alles reingehauen was wir hatten. Um uns am Ende leider etwas selbst um den Lohn der Arbeit zu bringen.“

TV Marktsteft – SG Helmbrechts/Münchberg 29:25 (14:12)

SG Helmbrechts/Münchberg: Hurt, Behrens – Panzer (3), S. Pritschet (1), Zach (8), Bär (1/1), Jo. Roßner (3), Mares, Gmach (1), Merz (3), Ja. Roßner, Opel, Troßmann, J. Pritschet (5).

Schiedsrichter: Heckel / Symander (Ansbach) Zuschauer: 250. – Zeitstrafen: 2; 3. – Siebenmeter: 6/5; 2/1.