Der 6-fache Torschütze Julian Merz hat es nach dem Abpfiff auf den Punkt gebracht:
„Wir haben mit einer gut eingestellten Abwehr und einer sehr treffsicheren Offensive gezeigt, dass wir bereit sind für die kommenden schweren Spiele. Am kommenden Samstag, 31. Januar, heißt es im Derby nochmal einen drauf zulegen, um die nächsten zwei wichtigen Punkte mit in den Frankenwald zu bringen.“

Mit diesem geschlossenen Gesamtauftritt ist die SG Helmbrechts/Münchberg wieder in der Spur und hat einmal mehr bewiesen, dass Heimauftritte mit dem eigenen Publikum im Rücken unterm Strich von anderem Kaliber sind. Ziel war es, die letzten drei Auswärtsspiele ohne Punktgewinn in Vergessenheit geraten zu lassen und das ist letztendlich eindrucksvoll gelungen. Zudem konnte wichtige Zähler mitgenommen werden, die den Frankenwäldlern weiterhin einen Rang im vorderen Tabellendrittel sichern.

Vom Anpfiff weg waren die Gastgeber darauf aus das Geschehen zu dominieren um das Ziel Heimsieg zu keiner Minute aus den Augen zu verlieren. Die Gäste hielten aber sofort dagegen. Vor allem auch deshalb weil ihnen bewusst war und ist, dass jeder Punktverlust ihre Situation mit dem Blick in Richtung Klassenerhalt immer weiter verschlechtert.

So entwickelte sich nach kurzer Abtastphase früh ein offener Schlagabtausch. Gespielt waren 53 Sekunden, als Alexander Rohe das 0:1 und damit die einzige Gästeführung in dieser Partie erzielte. Wer nach gut sechs Minuten und 3:2 Führung der SG dachte, dass diese Partie möglicherweise auch ein hin und her in der Torfolge werden könnte, sah sich schnell eines Besseren belehrt.

Die SG-Abwehr bekam die Angelegeheit früh in den Griff und unterbrach damit immer wieder die Ballstafetten der Gäste. Stadeln bekam nicht den Fluss in die eigenen Aktionen, der am Ende auch klare Einwurfmöglichkeiten ermöglicht hätte. Immer wieder verschob die Gastgeberabwehr, blockte geschickt und hatte im Spiel 1:1 meist das bessere Ende für sich. Was dennoch durchkam war vor allem in den ersten 20 Minuten charakteristisch. Lukas Hurt  fischte wieder einmal den einen oder anderen gut gemeinten Wurf weg und steuerte so seinen Teil zur zwischenzeitlichen 5-Tore-Führung bei.

Nach dem 13:8 ergaben sich dann nochmals mehrer Möglichkeiten auf beiden Seiten, die öfter ungenutzt blieben. Vor allem wenn die Mannschaften bei Zeitstrafen ihre Keeper vom Feld nahmen um weiterhin mit sechs Angreifern zu agieren passierte es gleich mehrmals, dass bei Ballgewinnen und schnellen Würfen über das komplette Spielfeld hüben wie drüben das leere Tor nicht getroffen wurde.

Diese Phase verunsicherte die Gastgeber für wenige Momente mehr als die Fürther Vorortler, die mit einem 4:0-Lauf bis auf 15:14 herankamen. Man muss an dieser Stelle auch einmal den MTV Stadeln Lob zollen. Die Mittelfranken gaben sich nie auf, versuchten immer wieder mit Kampf und Einsatz den Hausherren in die Parade zu fahren. Hinzu kam vielleicht auch der Wunsch, ein knappes Resultat mit in die Kabine zu nehmen, um dann im zweiten Abschnitt noch einmal alles zu geben.

Doch genau dieses Vorhaben verhinderten die Gastgeber mit ihrer Geschlossenheit. Plötzlich wieder wachgerüttelt, kam die Durchschlagskraft zurück und damit letztlich auf wieder der zählbare Erfolg. Dreitoreführung zur Pause waren in der Summe in Ordnung, hätten aber zu diesem Zeitpunkt auch schon 2-3-Tore mehr in der Differenz sein können.

Nach Wiederapfiff zeigte sich bereits nach wenigen Minuten, dass sich die zweite Hälfte in eine einzige Richtung bewegen wollte. Die Gäste wurden jetzt koplett zugestellt, die SG-Abwehr stand felsenfest. Damit ergaben sich nur noch wenig Räume für den Stadelner Angriff, der aufgrund fehlender Trefferquote langsam zu resignieren begann.

Die Gastgeber legten den Hebel um und traten fortan mit einer Treffsicherheit auf, wie man sie sich gerne auch in der einen oder anderen zurückliegenden Partie der Saison gewünscht hätte. Es rappelte im Minutentakt. Vor allem die Treffsicherheit der SG-Außen Moritz Gmach, Silas Pritschet und Julian Merz muss an diesem Tag hervorgehoben werden. Sie haben gezeigt, dass ihre Tore dem gesamten SG-Angriff zusätzliche Sicherheit verleihen und Räume verschaffen. Auch deshalb, weil die gegnerischen Abwehrspieler ihr Augenmerk verstärkt auf die Außen legen müssen, wovon dann in der Folge auch immer wieder die Halbangreifer profitierten.

Nutznießer war diesmal neben Darek Zach und Jakob Pritschet auch Janne Roßner, der mit seiner Körperlichkeit künftig durchaus zu noch mehr in der Lage sein kann. Die Hallenuhr zeigte 44:05 Minuten als Silas Pritschet mit dem Treffer zum 30:18 für die größte Tordifferenz in diesem Match sorgte und damit ein Zwischenfeuerwerk der Gastgeber beendete. Für Augenblicke folgte eine kurze Verschnaufpause mit gleichverteilter Trefferquote auf beiden Seiten.

Ein gehaltener Strafwurf von Felix Behrens leitete dann die Schlussphase ein, in der der MTV Stadeln nochmals alles in die Waagschale warf. Die Gäste gingen zur offenen Manndeckung über und suchten darin ihr letztes Heil – vergeblich! Was folgte war eine Torfolge im Sekundentakt wo es auf beiden Seiten immer wieder Zählbares zu vermelden gab.

Grund dafür war, dass auch die Gastgeber durch diese Spielweise hinten offener wurden und damit den Gästen noch 15 Treffer in der Schlussviertelstunde ermöglichen, die diese zur Ergebniskosmetik nutzten. Am ungefährdeten und hochverdienten Heimsieg der Seiferth-Schützlinge änderte sich aber nichts mehr. Gesamtlob für den SG-Angriff, der nicht nur die 40-Tore-Marke geknackt, sondernd endlich einmal eindrucksvoll bewiesen hat was möglich ist, wenn im Angriff die jederzeit immer wieder zahlreich vorhanden Gelegenheiten gnadenlos genutzt werden.

Jetzt müssen diese Erkenntnisse auch beim Derby wieder abgerufen werden, denn mit einer solchen oder ähnlichen Angriffsleistung wird man jede Abwehr vor Probleme stellen. Das gilt aber im Umkehrfall auch für die SG-Abwehr, die so in ihrer Kompaktheit gegnerischen Angreifern jederzeit Stand hält.

Trainer Christian Seiferth nach Abpfiff.

„Wir haben als Team einen immens wichtigen Sieg eingefahren. Vor allem die kompakte 6:0 Abwehr mit einem sicheren Rückhalt und das daraus resultierende Tempo waren die Grundsteine des Erfolges.“

 

HANDBALL                    MÄNNER                    Oberliga Staffel Nord


SG Helmbrechts/Münchberg – MTV Stadeln           42:33     (18:15)


SG Helmbrechts/Münchberg: Hurt, Behrens – Panzer (3), S. Pritschet (5), Zach (6), Schrepfer (1), Bär (4/4), Pöhlmann,  Mares, Gmach (3), Merz (6), Ja. Roßner (4), Jo. Roßner (1),  J. Pritschet (9).

Schiedsrichter: Drummer (Forchheim); Langner (Weitramsdorf)  Zuschauer:   180. – Zeitstrafen: 7; 9. – Siebenmeter:  5/4;  6/4.