Wenn jemand den Beweis gebraucht hätte, dass Spielgemeinschaften funktionieren, der hätte den an diesem Wochenende in Perfektion geliefert bekommen. Helmbrechtser und Münchberger haben gezeigt, was Kameradschaft wirklich bedeutet und wie Organisation in Minuten perfekt in die Tat umgesetzt werden kann.

War war passiert: Das Dach der Münchberger Gymnasiumhalle hat dem Starkregen nicht Stand gehalten – nach und nach ist vor allem durch den starken Wind bedingt, Wasser eingetreten und auf die Spielfläche getropft. Durch die Rutschgefahr war die Sicherheit der Aktiven nicht mehr gewährleistet. Das Oberliga-Damenspiel wurde zuerst unter- und um 19:00 Uhr dann komplett abgebrochen.

Der Countdown für das Männerspiel, das lt. Spielplan um 19:45 Uhr beginnen sollte, lief ab sofort. Durchführung in der Gymnasiumhalle nicht mehr möglich. Was bieb als Alternative? Die Göbelhalle in Helmbrechts, die zum Glück auch frei war. Ab sofort packten alle an. Auch die Fans auf den Rängen waren sich nicht zu schade, um sich in diesen Aktionismus mit einzubringen.

Die komplette Logistik musste mit umziehen, Kampfgericht, Hallensprecher mit Anlage, Getränke und Verzehrverkauf – eben alles!! Es funktionierte traumhaft. Kurz nach 20:15 Uhr ertönte der Anpfiff in der Helmbrechtser Göbelhalle. Ein logistischer Kraftakt war geschafft und zudem fanden sich auch noch knapp 300 Zuschauer in der Halle ein, die mit umzogen um ihre SG im vorentscheidenen Spiel um den Klassenerhalt zu unterstützen – vorbildlich!!!

Doch dann begann eine Partie wo man früh merkte, dass die Köpfe durch all dem, was sich im Vorfeld zugetragen hatte, doch irgendwie mit einer Blockade zu kämpfen hatten. Vielleicht war es auch der Druck der durch die Möglichkeit entstand, in dieser Begegnung mit einem Sieg den Klassenerhalt bereits am drittletzten Spieltag unter Dach und Fach zu bringen.

Zumal gegen das bis dato noch punktlose Schlusslicht. Was sollte da passieren, als der fest eingeplante Pflichtsieg, vielleicht sogar in entsprechender Höhe. Doch bereits die Vorrundenbegegnung in Unterfranken hatte gezeigt, dass sich die DJK Waldbüttelbrunn II nicht so im Handstreich aus der Halle spielen lässt. 27:24 für die SG hieß es damals nach einer zähen Darbietung und die schien sich auch diesmal schon früh abzuzeichnen.

Wer sofort ins Spiel hinein fand waren die Torhüter auf beiden Seiden, die gleich einige freie Würfe wegnahmen. Unterstützt durch zuerst wenige und später immer zahlreichere Fehlversuche. Da gingen die Hausherren diesmal deutlich voran. Denn die Fehlwurfstatistik führten die Gastgeber schnell an und erhöhten diese im weiteren Verlauf immer weiter.

Das war auch der Grund warum deutliche und vorentscheidende Führungen nie zu Stande kamen. Es war richtig lasch wie teils klare Einwurfgelegenheiten einfach liegen gelassen wurden. Zudem schossen die Gastgeber mit ihren unkontrollierten Abschlüssen Gästekeeper Janis Ketesdi warm, der sich in seiner Rolle als Erfolgsverhinderer mit zunehmender Spieldauer immer wohler fühlte.

Auf der SG-Trainerbank bereitete diese Spielentwicklung nur wenig Freude. Die Minen verfinsterten sich. Zumal die diesmal oft fehlenden Wurferfolge vor allem von den Außenpositionen die Gäste immer im Spiel hielten. Freilich mag das Rundherum  um diese Spielaustragung auch ein Stück weit an der Konzentration genagt haben. Dies aber als alleinige Entschuldigung in den Raum zu stellen ist nicht akzeptabel.

Die Verkrampfung wich einfach nicht aus dem SG-Spiel. Den Gästen konnte es Recht sein. Sie machten das Beste aus ihren Möglichkeiten. Punktlos am Tabellenende und längst in die Bezirksoberliga Unterfranken abgestiegen ärgerten sie die Gastgeber weiter. Als es die SG dann mit ihrer Treffungenauigkeit auch noch schaffte, den kleinen Vorsprung bis zum Seitenwechsel auch noch aus der Hand zu geben, nahm das Kopf schütteln auf  und neben der Spielfläche zu.

16:16 beim Seitenwechsel in einer Begegnung wo die Hausherren genau wussten, dass diese gewonnen werden musste, um sich auf der Ziellinie der Saison nicht noch einmal selber in Abstiegsnötige zu manöverieren. Diese Gedanken reiften beim erstmaligen 16:17 und späteren 20:21 Rückstand weiter. Das würde gerade noch fehlen. Waldbüttelbrunn II die ersten Punkte in dieser Saison überlassen, um dann selber bis zum letzten Spieltag zittern zu müssen.

Doch auf der SG-Bank gab es Absprachen untereinander und die Ideen reiften. Es war die 41. Minute und eine mitentscheidende Auszeit der Gastgeber. Ab da wurde der achtfache Torschütze und Gästespielmacher Lukas Grimmer in direkter Manndeckung so gut wie aus dem Match genommen. Zudem mussten die Fahrkartenjäger an diesem Tag mit erhöhter Bankzeit vorlieb nehmen. Gesucht und gefunden wurden die, die in der Schlussviertelstunde ihr Visier besser justierten.

Einer davon war Miroslav Mares, der in kurzer Zeit mit drei sehenswerten Treffern dafür sorgte, dass nicht nur der kurzzeitige Rückstand egalisiert, sondern die Führung wieder ausgebaut wurde. Zum weiteren sicheren Vollstrecker  wurde Moritz Gmach der zeigte, dass ein Rechtshänder auf Rechtsaußen gegenüber dem Linkshänder auf dieser Position sich nicht unbedingt im Nachteil befindet. Drei von drei oder 100 %ige Wurfausbeute sind Beweis dafür.

Das musste in diesem Match auch so sein, damit die Gastgeber ab dem 30:25 den Restminuten dieser Partie etwas beruhigter entgegenblicken konnten. Mit je drei weiteren Treffern auf beiden Seiten ging es dann über die Ziellinie in einer Begegnung, über der die Gastgeber schnell den Mantel des Schweigens decken sollten. 

Fazit: Deutlich mehr Schatten als Licht und den Fehlwurfspezialisten in diesem Aufeinandertreffen bleibt die Hoffnung, dass auch andere schon rabenschwarze Tage erlebt haben. Was zählt sind die beiden Punkte die letztlich dafür sorgen, bereits drei Spieltage vor Saisonende den Klassenerhalt eingetütet zu haben. Somit konnten sich die Frankenwäldler auch Dank oder vor allem wegen einer überragenden Vorrunde frühzeitig aus dem Pulk der bis zum letzten Spieltag gefährdeten Teams verabschieden.

Was diesmal wesentlich länger in positiver Erinnerung haften wird, ist die gemeinsame und vorbildliche Bewältigung des ganzen Drumherum um dieses Oberligaspiel.

Trainer Christian Seiferth kam deshalb schnell zum Kern der Sache:
„OBERLIGA – Klassenerhalt. Nicht mehr, nicht weniger. Viele andere würden sich das in einer mega komplizierten Spielrunde auch wünschen und wir haben die Sch…. bereits in trocken Tüchern. Ein Wort – Geil.“

 

HANDBALL                    MÄNNER                    Oberliga Staffel Nord

SG Helmbrechts/Münchberg – DJK Waldbüttelbrunn II            33:28            (16:16)

SG Helmbrechts/Münchberg: Hurt, Behrens – Opel, Panzer (4), S. Pritschet (3), Zach, Schrepfer, Bär (5/5), Pöhlmann (1),  Mares (4), Gmach (3), Merz (4), Ja. Roßner, Jo. Roßner (6),  J. Pritschet (3).

Schiedsrichter: Ebeling (Kernfranken) / Ertel (Stadeln)  Zuschauer:  280. – Zeitstrafen: 5; 6.  – Siebenmeter:  6/5; 2/1.