Am Samstag beginnt in allen Hallen zeitgleich um 16:30 Uhr das Saisonfinale in der Handball Oberliga/Nord, wo alle Augen auf den Abstiegskampf gerichtet sind. Die DJK Waldbüttelbrunn II und der MTV Stadeln stehen bereits seit einiger Zeit als Absteiger fest. Zwei weitere Teams müssen noch aus fünf möglichen Kandidaten ermittelt werden.
Die SG Auerbach/Pegnitz, der TV Marktsteft, die HSG Rödental/Neustadt, die HSG Lauf/Heroldsberg und die HSV Hochfranken werden -teilweise sogar im direkten Vergleich- alles daran setzen, um am Ende nicht die beiden weiteren Mannschaften zu stellen, die in der Spielzeit 2026/2027 in den jeweiligen Bezirksoberligen auf Punktejagd gehen müssen.
Nicht zu diesen Mannschaften gehören der Meister und Aufsteiger in die Regionalliga, der HC Erlangen III und die SG Helmbrechts/Münchberg (Rang 5), die zusammen mit dem TSV Roßtal (4) und dem starken Neuling HC Forchheim (3) das gesicherte Minimittelfeld der Liga bildet. Davor nur noch die SG DJK Rimpar II, die jetzt in der Aufstiegsrelegation gegen den Südzweiten ran muss, der ebenfalls erst am Samstag ermittelt wird.
Freuen werden sich die Fans aus der Region, denn sie können am Samstag in der Göbelhalle den neuen Meister in Augenschein nehmen und dabei gleichzeitig ihre SG in die Sommerpause verabschieden. Hätten die meisten wohl so nicht unbedingt erwartet, dass beide Kontrahenten am Samstag völlig befreit aufspielen können, weil sie ihre Saisonziele deutlich früher als erwartet erreicht haben.
Die Universitätsstädter, die mit einem Großteil ihres Bundesliga-Jugendkaders durch die Saison marschiert sind und mit eindrucksvollen Ergebnissen bestätigt haben, dass ihr Saisonziel jederzeit realistisch eingeordnet wurde. Auch die SG lag mit ihrer Vorausprognose so falsch nicht. Die erste Tabellenhälfte war das Ziel. Wenn´s die Saison hergeben sollte vielleicht sogar im vorderen Drittel, aber auf keinem Fall in den Abstiegsstrudel hineingeraten.
Das haben die Schützlinge von Trainer Christian Seiferth schon in der Vorrunde umgesetzt, wo sie mit teilweisen hervorragenden Darbietungen aufwarteten. Ob auswärts oder daheim. Die SG war jederzeit ein starker Gegner, was nach 15:7 Vorrundenpunkten auch in Zahlen belegt wurde. Freilich waren es auch Begegnungen, die am Ende sogar wesentlich deutlicher an die Frakenwäldler hätten gehen müssen. Doch leisteten die sich die oft den Luxus, klare Führungen abzugeben, die aber den Sieg trotzdem nie in Gefahr brachten.
Das hat sich in der Rückrunde ein Stück weit umgekehrt. Dann sind Spiele verloren worden weil die Angreifer vergessen haben, ihren Job immer zur vollsten Zufriedenheit zu erledigen. Die Quittung waren Niederlagen, die ab und an auch mal klarer an die Gegner gingen. Die Platzierung in der vorderen Tabellenhälfte war aber nie gefährdet und unterm Strich auch verdient und im Vergleich zu den Gegnern auch gerechtfertigt.
Der Blick auf die Tabelle zeigt, dass lediglich gegen die drei Erstplatzierten bisher kein einziger Punkt ergattert wurde. Genau das könnten die Männer aus Helmbrechts und Münchberg just am letzten Spieltag noch ändern. Nämlich dann, wenn sie am Samstag den Saisonabschluss gegen den Meister erfolgreich absolvieren. Eine Mammutaufgabe ohne Zweifel, ab mit entsprechender Fanunterstützung durchaus möglich. Wir stark die Mittelfranken sind, kann nicht nur Spieltag für Spieltag aus den Ergebnissen herausgelesen werden. Bei der 26:43 Vorrundenniederlage besaß auch die SG nicht den Hauch einer Chance.
Von den Fans möchte sich die SG nochmals mit einer tadellosen Leistung aus dieser Spielzeit verabschieden, denn die Spieler wissen wem sie Dank zu sagen haben. Ohne die Unterstützung wäre diese Saison keine erneut so erfolgreiche geworden, mit der letztlich ein weiteres Jahr Oberligazugehörigkeit gesichert wurde.
Auf die Frage nach einem Fazit zum Saisonende äußert sich Trainer Christian Seiferth so:
„In einer Saison, die bis auf die Ausreißer nach vorne und hinten super eng zusammen lag, haben es die Jungs frühzeitig geschafft ein weiteres Jahr Oberliga zu buchen.“
„Diese Tatsache ist aufgrund der vorhandenen Umstände – der immer schwelenden Harzproblematik, der differenzierten Sichtweisen, was die finanzielle Unterlegung eines Oberligateams angeht und dem Fakt des fast jährlichen berufs- und studienbedingten Schwundes an Spielern – definitiv keine Selbstverständlichkeit. Bei diesen Themen wünsche ich allen Beteiligten die nötige Weitsicht.“
„Nun schaun wir einfach was gegen den HCE U21 am Samstag noch geht und vielleicht kommen wir zum Fazit „Ende gut – Alles gut.“
Als wenn Abstieg nicht schon Höchststrafe genug wäre, müssen sich die zwischenzeitlich aufgrund von Verletzungen stark dezimierten SG-Frauen in der Handball Oberliga/Nord auch noch mit einem Doppelspieltag aus der Saison verabschieden. Zweimal ist die Helmbrechtser Göbelhalle Austragungsort wenn am Freitag um 19:30 Uhr die HG Zirndorf und am Samstag um 14:30 Uhr die HSG Volkach ihre Visitenkarten abgeben.
Bei der Freitagspartie handelt es sich um die beim Stande von 11:13 für die HG Zirndorf abgebrochene Begegnung vor zwei Wochen weil damals Wasser durch das Gymnasiumhallendach eingedrungen ist. Das Spiel musste jetzt vor dem eigentlich letzten Spieltag noch stattfinden, weil es für Zirndorf noch um die Aufstiegsrelegation geht, wo Punkte eben nicht am grünen Tisch verteilt werden dürfen.
Das bedeutet für die SG: Wenn am Samstag um 14:30 Uhr der Anpfiff zum letzten Oberligaspiel gegen die HSG Volkach ertönt, dann steckt den Schützlingen von Gerald Wölfel das Spiel vor Vortag noch in den Knochen. Keine angenehme Situation, zumal aufgrund des Minikaders, der jetzt am Saisonende noch zur Verfügung steht, auch die Wechselmöglichkeiten innerhalb der Mannschaft nicht mehr in sonst üblicher Form möglich sind. Das Personal fehlt, sodass die ganze Last auf wenige Kräfte verteilt werden muss.
Das mindert die Aussichten auf einen erfolgreichen Saisonausklang schon im Vorfeld. Die Wahrscheinlichkeit, sich mit zwei Niederlagen aus der Oberliga zu verabschieden, rückt somit in Griffnähe. In der Vorrunde besaß die SG noch alle Chancen sich am Ende vielleicht in der Liga zu halten. Ein Sieg in Volkach hätte damals den Weg frei machen können, um anschließend in die Spur zu finden.
In einer torarmen Begegnung feierten die Unterfranken einen 18:11 Heimsieg und schafften sich seinerzeit selber für den Moment erst einmal Luft. Für die Mädels aus Helmbrechts und Münchberg begann danach eine Reise durch die Liga, wo immer wieder erkennbar war, was spielerisch in der junge Truppe steckt. Viele gute Spiele ohne Ertrag folgten. Oft mitgehalten, aber nie über die komplette Distanz um dann am Ende immer wieder mit leeren Händen dazustehen.
Es fehlten die Ergebnisse, die auch im weiteren Saisonverlauf die Möglichkeit offen gelassen hätten, letztlich doch noch den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. So gesehen, hätte die Samstags-Partie durchaus noch die Möglichkeit auf ein Herzschlagfinale ermöglicht. In der Zwischenzeit steht aber fest, dass es für die Frankenwäldlerinnen in dieser Saison nur zu vier Punkten gereicht hat. Je ein Sieg gegen den 1. FCN Handball und gegen die HSG Weidhausen-Ebersdorf blieben die einzig zählbare Ausbeute in dieser Spielzeit.
Auch die HSG Volkach steuerte mit sehr ähnlichen Problemen durch die Saison. So gastiert am Samstag ein Mitabsteiger. Zwar hat es Volkach auf immerhin 10 Pluspunkte gebracht, was aber gerade mal reichte, um sich auf Rang zehn aus der Liga zu verabschieden. Da steht am Samstag zum Saisonausklang den Zuschauern anstatt eines Krachers zum Ligaverbleib lediglich eine Abschiedspartie bevor, in der zwei junge und talentierte Teams zumindest für die nächste Saison die Oberliga in Richtung Bezirksoberliga verlassen. Den Neuaufbau vor Augen gilt das Abschiedsspiel aus der Oberliga für die Frankenwäldlerinnen gleichzeitig auch als Neustart in eine hoffnungsvolle Zukunft.
Trainer Gerald Wölfel traut seinen Mädels nochmals einen guten Auftritt zu: „Wir wollen versuchen uns heute einigermaßen achtsam aus der Liga zu verabschieden. Aufgrund des zum Ende hin stark dezimierten und angeschlagenen Kaders geht das jetzt schon bei allen an die Substanz. Trotzdem hauen wir nochmal alles auf die Platte und wollen uns damit auch bei unseren Fans für die Unterstützung in schwierigen Zeiten bedanken.“ So Wölfel zusammenfassend.
