Großkampftag in der Helmbrechtser Göbelhalle wenn am heutigen Samstag sowohl für die SG-Damen in der Bayernliga wie auch für die SG-Herren in der Landesliga zwei wichtige Hausaufgaben auf dem Plan stehen.

In der Frauen Staffel Nord der Bayernliga empfangen die Frankenwäldlerinnen ab 17:45 Uhr die HG Zirndorf, die im Hinspiel mit 30:24 die Oberhand behielt. Für die SG-Damen ist es die achte von insgesamt zwölf Hinrundenbegegnungen, bevor dann die Nord- und Südstaffel der Bayernliga geteilt werden und in die jeweilige Endrunde gehen. Die ersten drei der beiden Gruppen spielen dann den Meister aus.

Die Ränge vier bis sieben der beiden Vorrundengruppen gehen gemeinsam in die Abstiegsrunde. Gespielt wird dann in Hin- und Rückspiel nur noch gegen die Mannschaften, die in der Vorrunde nicht zur eigenen Gruppe gehörten. Die Punkte gegen die Teams aus der Vorrundengruppe, die mit in die jeweiligen Endrunden gehen, werden übernommen. Bedeutet für die Abstiegsrunde: Es sind bei vier Mannschaften in den direkten Vergleichen insgesamt zwölf Punkte zu vergeben.

Für die Frankenwäldlerinnen rechnet sich das so: Bisher noch keinen einzigen Zähler geholt, können es maximal noch 6:6 Punkte werden, die in die Endrunde mit übernommen werden könnten. Das heißt aber auch. Ab jetzt müssen Siege her. Sollten die Schützlinge von Trainer Christopher Seel weiterhin gut spielen, teilweise längere Phasen in den jeweiligen Begegnungen sogar auf Augenhöhe agieren um am Ende dann trotzdem immer wieder mit leeren Händen dazustehen, dann wird die Luft ab sofort immer dünner.

Im unglücklichsten aller Fälle gehen die Mädels aus Helmbrechts und Münchberg mit 0:12 Zählern in die Abstiegsrunde. Das wäre wahrscheinlich deutlich zu wenig. Von den acht Mannschaften, die letztlich um den Ligaverbleib kämpfen, bleiben am Ende lediglich zwei Vereine in der Bayernliga. Die anderen sechs Mannschaften müssen den Weg zurück in die jeweiligen Landesligen antreten.

Zum jetzigen Zeitpunkt mit dem Blick auf die aktuelle Tabelle keine rosigen Zeiten für die SG. Doch noch ist nicht aller Tage Abend. Vor allem liegt rechnerisch noch alles in eigenen Händen. Dazu muss aber eine Siegesserie her, um am Ende tatsächlich noch den Kopf aus der Schlinge zu ziehen.

Der Anfang muss bei dieser Rechnung bereits heute gemacht werden, denn die HG Zirndorf könnte Stand jetzt durchaus eines der Teams sein, das am Ende der Vorrunde gemeinsam mit in die Abstiegsrunde geht. Sollte dieser Fall tatsächlich eintreten, dann würden bei einem heutigen SG-Erfolg die ersten beiden Punkte auf der Habenseite stehen, die dann auch in der Endrunde zählen.

Die Hoffnung bleibt, zumal sich die Frankenwäldlerinnen Woche für Woche immer besser und geschlossener bei ihren Auftritten präsentieren. Bisher waren es nur Kleinigkeiten die Erfolge verhinderten. So zum Beispiel bei den jeweiligen 31:32 Heimniederlagen gegen den HBC Nürnberg und den TSV Simbach. Was aber unbedingt besser werden muss, ist die Chancenverwertung. Zu viele Fahrkarten bei vorher gut herausgespielten Gelegenheiten dürfen es künftig nicht mehr sein. Da ist auch der Kopf gefragt.

Denn sonst wird weiterhin das stehen, was auch in den meisten der bisherigen Partien so war. Gut gespielt, mitgehalten, doch die Punkte hatte am Ende immer der Gegner. Wäre für eine Bayernligazugehörigkeit über diese Spielzeit hinaus wahrscheinlich dann zu wenig.

Trainer Christopher Seel in seinem Vorausblick:
„Wir müssen versuchen die durchaus starke Vorstellung, vor allem aus Halbzeit 1, aus dem Stadeln-Spiel mitzunehmen. Wir werden weiterhin alles dafür tun um die ersten Punkte einzufahren. Die Mannschaft ist weiter hochmotiviert und hält zusammen, was mich unheimlich freut als Trainer. Wenn wir jetzt noch unsere guten Leistungen schaffen auf 60 Minuten ausdehnen, dann wird es mit einem Sieg klappen. Mit Zirndorf gastiert natürlich erneut eine Spitzenmannschaft bei uns, aber in dieser Liga triffst du sowieso nur auf große Kaliber.“

So eng war eine Landesliga nach acht bzw. neun Spieltagen wohl selten beieinander gelegen. Beispiele gefällig: Der Ligasiebte MTV Stadeln liegt bei 7:9 Punkten gerade mal eine Zähler vor dem zehnten und vorletzten HSG Rödental/Neustadt mit 6:10 Zählern.

An der Spitze nicht anders. Tabellenführer HSG Lauf/Heroldsberg mit 12:4 Punkten vor dem HSC Bad Neustadt/Saale (11:5) und zwei Mannschaften mit 10:6. Da ist Spieltag für Spieltag nicht nur für Spannung gesorgt. Auch ständige Positionswechsel sind möglich. Das wird auch an diesem Wochenende nicht anders sein. Der vierte Marktsteft empfängt Tabellenführer Lauf/Heroldsberg und könnte mit einem Erfolg die Rangliste noch enger zusammenschieben.

Nutznießer könnte an diesem Wochenende auch die SG Helmbrechts/Münchberg werden. Allerdings nur, wenn sie die eigene Hausaufgabe fehlerfrei löst und dies wird alles andere als leicht. Gast in der Helmbrechts Göbelhalle ist am heutigen Samstag der Tabellendritte TSV Roßtal, der allerdings nur einen Punkt vor den Frankenwäldlern liegt. Bei einem SG-Erfolges könnten sogar im günstigen Fall die Plätze getauscht werden. Schöne Aussicht für die SG, zumindest auf dem Papier.

Der Bayernligaabsteiger möchte gerne um die Spitze mitspielen und schielt mit einem Auge sogar auf den sofortigen Wiederaufstieg. Die bisherigen 10:6 Punkte setzen sich so zusammen: 3 Heimspiele, drei klare Siege stehen 5 Auswärtsbegegnungen mit dabei 3 Niederlagen gegenüber. Von einer Auswärtsschwäche zu sprechen, wäre vielleicht etwas übertrieben. Unverwundbar scheinen die Gäste aus dem Fürther Land in fremden Hallen allerdings nicht zu sein.

Liegt hier die Chance für SG? Legt man die Heimstärke der Frankenwäldler zugrunde, die in eigenen Hallen noch eine blütenweiße Weste besitzen, kann die Frage schon eher mit einem „ja“ beantwortet werden. Es muss eben bei der Spielgemeinschaft aus Helmbrechts und Münchberg heute alles passen. Kompletter Kader, geschlossener Auftritt, gute Chancenverwertung. Es müssen alle Zacken greifen, wenn das Heimzahnrad weiter funktionieren soll.

Da stärkt vielleicht zusätzlich der erste Auswärtspunkt dieser Saison den Rücken, der in der Vorwoche beim MTV Stadeln geholt wurde, nachdem es lange Zeit einem Rückstand hinterherzulaufen galt. Die Moral passte. Trotzdem war nicht alles pure Freude nach dem ersten Remis der Saison. Auch deshalb, weil die Gastgeber eine Sekunde vor Abpfiff den Ausgleich erzielten, nachdem zwischenzeitlich die SG mit vorbildlicher kämpferischer Leistung die Partie sogar auf ihre Seite gedreht hatte.

Noch schwerer wiegt die Verletzung von Jiri Fort, welcher sich in der vergangenen Partie wohl schwerer am Knie verletzt haben dürfte. Der Ausfall von Fort dürfte wahrscheinlich länger dauern, obwohl eine genaue Diagnose noch aussteht. Die Lücke die Fort im Abwehrverbund reißt soll Jan-Philip Kritzentahler stopfen. Dass Kritzentahler, der aus der Zweiten nach oben rückt, diese Aufgabe par excellence beherrscht hat er in der vergangenen Saison bereits viele Male unter Beweis gestellt. Auch hinter dem Einsatz von Rechtsaußen Philipp Troßmann steht aus privaten Gründen weiterhin ein Fragezeichen.

Die SG muss es jetzt nehmen, wie es ist. Die Mannschaft in ihrer Geschlossenheit ist durchaus in der Lage, den einen oder anderen Ausfall wett zu machen. Dann müssen es halt von jedem Einzelnen noch ein paar Prozent mehr sein, die es in die Waagschale zu werfen gilt.

Trainer Christian Seiferth im Hinblick auf diese Partie:
„In den beiden noch ausstehenden Partien im Jahr 2023 gilt es jetzt noch enger zusammenzurücken und den Fokus voll auf unsere Stärken zu legen. Roßtal ist eine äußerst eingespielte Mannschaft, die klar das Ziel Wiederaufstieg formuliert hat. Wir werden nur bestehen können, wenn wir als geschlossene Einheit auftreten und jeder Spieler seine Aufgaben kennt und sie auch umsetzt.“

Die Fans können sich auf eine spannende Auseinandersetzung freuen, die durchaus mit dem Prädikat „Spitzenspiel“ verdient.

 

Spielfrei sind an diesem und am kommenden Wochenende die beiden Bezirksoberligateams der SG, sowie die 3. Männermannschaft in der Bezirksliga Oberfranken.

 

Jugendspiele:

Samstag 2.12. – Heimspiele in Helmbrechts

14:00 Uhr weibliche A gegen TS Coburg

Das Spiel der männl. C Jugend wurde vom Gegner abgesagt.

Sonntag 3.12. – Auswärts

13:45 Uhr weibliche C beim HC Forchheim

15:30 Uhr weibliche B beim DJK SV Berg

16:00 Uhr männliche B bei HaSpo Bayreuth