Die Faschingspause und damit gleichzeitig das letzte spielfreie Wochenende in der Handballsaison 2025/2026 ist vorbei. Jetzt geht es in die heiße Phase dieser Spielzeit wo die Entscheidungen über Auf- und Abstieg anstehen. Die Wochen der Wahrheit bringen vor allem im Abstiegskampf Spieltag für Spieltag Verschiebungen in der Tabelle mit sich.
In der Oberliga Nord der Männer scheinen diese Positionsspiele für die oberen Ränge aber nicht mehr zuzutreffen. Dort ziehen der HC Erlangen III und die SG DJK Rimpar II einsam ihre Runden. Diese beiden Teams werden Direktaufstieg und Relegationsplatz unter sich ausmachen. Stand jetzt liegen die Universitätsstädter drei Zähler vor dem unterfränkischen Verfolger und haben es in eigener Hand den Titel unter Dach und Fach zu bringen.
Die SG Helmbrechts/Münchberg führt mit 20:12 Punkten auf Rang drei ein breites Mittelfeld an, dem der HC Forchheim mit 19:13 Zählern auf Rang vier folgt. Da hätte es der Terminplaner nicht besser hinbekommen können, als diese zwei Mannschaften am Samstag ab 18:00 Uhr in der Forchheimer Realschul Sporthalle zum fälligen Punktekampf zu bitten.
Es hat Zeiten gegeben, da war ein postives Punktekonto am Saisonende ausreichend um den Ligaerhalt zu sichern. Seit der letzten Spielzeit ist aber klar, dass dies im ungünstigsten Fall nicht mehr ausreicht. Dort war es nämlich in der Oberliga Nord der Frauen so, dass die SG Helmbrechts/Münchberg mit 23:21 Punkten in die Relegation gemusst hätte.
Bedeutet seit dem, dass rechnerisch eigentlich erst 24:20 Punkte den sicheren Ligaverbleib bringen. So gesehen stellt sich die Frage ob es sich bei der Partie HC Forchheim gegen die SG Helmbrechts/Münchberg tatsächlich um puren Abstiegskampf oder doch wohl eher um das Match wer „the best of the rest“ ist handelt.
Wohl eher von beidem ein bisschen. Der Sieger dieser Begegnung käme dem Saisonziel Klassenerhalt ein gewaltiges Stück näher. Gleichzeitig hätte er die Möglichkeit, aus eigener Kraft den dritten Tabellenplatz bis ins Ziel zu halten. Das wäre ein Riesenerfolg. Vor allem auch deshalb wenn man betrachtet, wie dominierend Erlangen III und Rimpar II durch die Saison marschieren.
Der Verlierer würde auch nach diesem Spieltag zumindest noch auf Rang vier verweilen. Allerdings mit der Tatsache konfrontiert, dann die Konkurrenz wieder näher im Rücken zu spüren. Da werden beide Ligarivalen wohl eher die Fühler in Richtung doppelter Punktgewinn ausstrecken. Zumal die Gastgeber bei einem Erfolg alle vier Zähler gegen die SG eingefahren hätten.
Genau dort möchten die Gäste aber einhaken, die sich nur all zu gerne für die Vorrunden Heimniederlage revanchieren möchten. Das 24:28 gegen einen Liganeuling schmerzte damals gewaltig und der Stachel sitzt eigentlich noch heute. Nicht allein der Niederlage wegen, sondern so wie sie zu Stande kam. Am Torwart und an der eigenen Wurfschwäche gescheitert. Das waren damals die Hauptgründe, warum die SG in heimischer Gymnasiumhalle nicht über 24 Treffer hinauskam.
Forchheim gab seinerzeit dieser Erfolg mächtig Auftrieb und zwischenzeitlich hat sich das Team aus dem Osten der Fränkischen Schweiz zu einem richtig starken Oberligisten gemausert. Vielleicht sogar zu einem der besten Aufsteiger der letzten Jahre und dieses Prädikat möchte der HC natürlich gerne mit über die Ziellinie nehmen.
Die SG ihrerseits könnte mit einem Erfolg nicht nur für die Vorrundenniederlage Revanche nehmen. Sie hätte dann 22 Pluspunkte auf dem Konto und dann die Möglichkeit, zeitnah die Zähler 23 und 24 einzufahren, um dann ganz entspannt dem weiteren Saisonverlauf entgegen zu sehen. Interessiert im Vorfeld noch die Frage, wem aufgrund der bisherigen fünf Rückrundenpartien wohl eher die Favoritenrolle zugeschoben werden kann. Den Heimspielbonus natürlich nicht zu vergessen.
Doch in dieser Statistik hat keiner die Nase vorn. Mit je zwei Siegen und zwei Niederlagen sowie je einem Unentschieden stehen beide Kontrahenten absolut pari.
Auf die sicherlich zahlreichen Fans aus beiden Lagern wartet eine Begegnung, die nicht nur von einem Hauch Spitzenspiel begleitet wird. Es ist mit einer jederzeit ausgeglichen Auseinandersetzung zu rechnen, wo die Tagesform und am Ende vielleicht doch ein Stück weit der Heimvorteil über Sieg und Niederlage entscheiden werden.
Der Sieg als Zielvorgabe, wird wohl bei beiden Teams ganz oben auf der Agenda stehen. Vielleicht sind es dann doch nur Nuancen, die am Ende für das „Tüpfelchen auf dem i“ ausschlaggebend sind.
Trainer Christian Seiferth denkt auch noch ungern an die Vorrundenbegegnung zurück und zitiert deshalb im Hinblick auf die Rückrundenpartie so:
„Ich denke schon, dass aus dem Hinspiel so etwas wie eine Rechnung offen ist. Inwieweit wir diese in Forchheim begleichen können wird ein Stück weit an unserer Intensität und Abschlussquote im Spiel liegen.“
In der Oberliga Nord der Frauen scheint das Titelrennen sechs Spieltage vor Saisonende so gut wie entschieden. Der HBC Nürnberg eilt der Konkurrenz davon und führt deutlich mit sieben Zählern Vorsprung vor dem TSV Wendelstein. Acht Punkte sind es auf den Ligadritten HG ZIrndorf und sogar deren elf auf dem Vierten HSG Pleichach, dem Auswärtsgegner der SG-Frauen an diesem Wochenende. Dort geht es dann am Samstag ab 18:00 Uhr in der Willi-Sauer-Halle in Bergheim aufs Parkett wo sich die Schützlinge von Trainer Gerald Wölfel sicherlich um Wiedergutmachung bemühen. Die Heimvorstellung vor der Faschingspause in der Münchberger Gymnasiumhalle gegen den 1. FCN Handball soll die Saisonausnahme bleiben.
Diese Niederlage tat richtig weh. Zum Einen, weil sie gegen das bis dato noch punktlose Schlusslicht zu Stande kam. Zum Anderen, weil dieses Spiel wieder ein kleiner Rückschritt in der Entwicklung war, die zuletzt Woche für Woche eine kleine aber immerhin stetig steigende Formkurve nach oben aufwies. Die Faschingspause wurde genutzt um die SG-Köpfe wieder frei zu bekommen. Der Fokus ist jetzt auf den Saisonendspurt gerichtet.
Dort haben die SG-Mädels in noch insgesamt sechs Partien die Möglichkeit zu bestätigen, dass die Niederlage gegen den Club tatsächlich nur ein Ausrutscher war. Jetzt gilt es, wieder an die davor liegenden Begegnungen anzuknüpfen und da erscheint der heutige Gegner ein richtiger Prüfstein. Auch deshalb, weil die Unterfranken mit vier Zählern Rückstand auf den Zweiten TSV Wendelstein noch nicht ganz aus dem Rennen um den Relegationsplatz sind und schon allein deshalb alles in die Waagschale werfen werden.
Einen Relegationsplatz, den die HSG Pleichach ganz fest im Visier hatte und nicht nur den. Nach Abschluss der Vorrunde galt die HSG als erster und ernsthafter Verfolger des HBC Nürnberg. Mit 17:5 nur drei Punkte hinter dem Spitzenreiter auf Rang zwei mit besten Chancen das Kopf an Kopf-Rennen auch in der Rückrunde fortzuführen. Doch mit vier Niederlagen am Stück gaben die Pleichacher zum Rückrundenstart ihre gute Position ab und befinden sich momentan nur noch an der Spitze des Mittelfeldes.
Zumindest bekamt die HSG am letzten Spieltag vor der Faschingspause gerade noch die Kurve, als sie beim 25:23 Auswärtserfolg bei der HSG Volkach den ersten Rückrundenerfolg feierte. Stellt sich also die Frage: Wie stark ist Pleichach aktuell tatsächlich? Für die SG im Moment vielleicht sogar ein Kontrahent auf Augenhöhe, dem an einem guten Tag über die gesamte Distanz Paroli geboten werden kann.
Oder ein Team, dass seine Talsohle durchschritten hat und jetzt wieder an die Vorrundenform anknüpft. Denn diese Form haben die Unterfranken in der Vorrunde in der Münchberger Gymnasiumhalle abgeliefert. Vor allem in den letzten 21 Minuten. Bis dahin zeigten die Gastgeberinnen einen Kampf auf Augenhöhe. Sie lagen in der 39. Minute nur knapp mit 15:17 im Hintertreffen, um dann die Restspielzeit mit sage und schreibe 5:17 Toren an die Gäste abzugeben.
Das war noch zu der Zeit, wo die Mädels um Emma Roßner und Lena Leupold pro Spiel immer mit zwei Gesichtern auftraten. Das ist aber längst Geschichte. Zwischenzeitlich hat sich die Mannschaft stabilisiert. Die Ausnahme gegen den Club einmal außen vor gelassen.
Was erwartet die Frankenwäldlerinnen von diesem Auswärtsauftritt? Von sich selber auf jedem Fall wieder ein anderes Gesicht als bei der letzten verpatzten Hausaufgabe. Denn nur mit dem hat man in Bergtheim zumindest eine kleine Außenseiterchance. Sollte es dann trotzdem am Ende nichts Zählbares geben, dann aber zumindest eine spielerische Wiedergutmachung.
Dazu würde natürlich passen, wenn die Frankenwäldlerinnen mit einem achtbares Ergebnis im Gepäck auf die Heimreise gehen.
Das erhofft sich natürlich auch SG-Trainer Gerald Wölfel. Allein schon im Rückblick auf das letzte Heimspiel.
„Das verkorkste Spiel gegen Nürnberg ist vorbei. Wir haben unsere Schwächen analysiert und ich erwarte eine Reaktion von der Mannschaft. Wenn wir über 60 Minuten konzentriert aufspielen, können wir auch gegen Pleichach mithalten.
Gesamtspielplan der SG-Mannschaften an diesem Wochenende
Samstag 21.2. – Auswärts
18:00 Uhr Herren beim HC Forchheim
18:00 Uhr Damen bei der HSG Pleichach
Sonntag 22.2. – Auswärts
14:00 Uhr männliche D bei der HG Naila
15:30 Uhr männliche C bei der HG Naila
17:00 Uhr Herren 3 bei der TS Schwarzenbach
