SG-Trainer Jens Brett brachte es nach dem Abpfiff sofort auf den Punkt: „Zwei Punkte heute, 6:6 Zähler insgesamt, zu Hause gewonnen….wir sind wieder da!“

Doch vor der dramatischen Schlussviertelstunde, in der den Gastgebern kurz der Angstschweiß auf der Stirn stand, gab es eigentlich wenig Grund zur Beunruhigung im heimischen Lager. Warum die Gastgeber nach der Pause überhaupt das Heft aus der Hand gaben, können wohl am besten die SG-Angreifer selbst beantworten. Klarste Einwurfmöglichkeiten in 1:1-Situationen fahrlässig liegen gelassen. Freilich trug die ausgezeichnete Leistung des Gästekeepers Lars Goebel dazu bei, dass der HC Forchheim das Spiel drehen konnte. Doch was der SG-Angriff im gesamten Spiel wieder einmal nicht im gegnerischen Gehäuse unterbrachte, geht wirklich auf keine Kuhhaut. Das baute dem Gegner im Verlauf des Spiels immer mehr auf.

Vor allem nach dem verwandelten Strafwurf durch den achtfachen Torschützen Marvin Wunder in der 46. Minute, mit dem Forchheim seinen Vorsprung auf 23:20 ausbaute keimte bei den Gästen plötzlich die Hoffnung, am Ende als Sieger die Halle zu verlassen. Doch es waren die Minuten danach und eine kämpferische und vorbildliche Energieleistung, die die Schützlinge von Trainer Jens Brett wieder zurück ins Match brachten.

Ein verwandelter Strafwurf durch Nico Opel und noch in der gleichen Minute der Anschluss durch Jakob Pritschet hielten die SG in Schlagweite. Jakob Pritschet war wieder einmal Antreiber, der alles und das nicht nur in Schlüsselszenen in die Waagschale wirft, um so drohendem Unheil rechtzeitig die Stirn zu bieten. Mit 11 Treffern trug er wieder maßgeblich dazu bei, dass die Punkte nicht mit in die Fränkische Schweiz wanderten.

Forchheim merkte, dass es jetzt wieder eng wurde und die kurzzeitige Verunsicherung nutzten die Gastgeber. Zwischen Minute 51:20 und 52:33 kippte die Partie ein weiteres Mal. Erst war es der leicht angeschlagene Darek Zach mit seinem sechsten Treffer zum Ausgleich und danach mit zwei weiteren Energieleistungen Jakob Pritschet, der seine SG wieder mit zwei Treffern in Front brachte.

Ab diesem Moment wogte die Begegnung wieder hin und her. Tor hüben, Tor drüben. Technische Fehler auf beiden Seiten. Verworfen bzw. gehalten – wieder gleich verteilt. Die beiden Kontrahenten neutralisierten sich mit ihrem Spiel sowohl bei Erfolg wie auch bei Misserfolg. Als dann erneut Marvin Wunder per Siebenmeter der 27:26 Anschluss gelang, dominierte plötzlich wieder Nervosität das Geschehen. Immerhin waren nach dem 27:26 noch 220 Sekunden zu absolvieren.

Genau da hatte der Fehlerteufel bei beiden Teams in Form von torlosen Minuten seine Hände wieder verstärkt im Spiel. Doch die Gastgeber kamen ein letztes Mal in Ballbesitz. Freilich mag dann wieder der Gedanke mitgespielt haben: „Jetzt nur keinen Fehler machen, um dem Gegner einen letzten Konter zu ermöglichen, der dann vielleicht einen Punkt gekostet hätte.“

Aber sieben Sekunden vor dem Abpfiff bot sich Silas Pritschet die Chance auf Rechtsaußen und diesmal netzte er sicher zum vielumjubelten Endstand ein.

Dazu Silas Pritschet nach dem Abpfiff: “ Dank einer überragenden Abwehrleistung konnten wir den Gegner über weite Strecken gut kontrollieren. Im Angriff haben wir zwar zu viele Chancen liegen lassen, konnten uns am Ende aber trotzdem mit einem Zwei-Tore-Sieg belohnen.“

Doch das Spiel hatte auch erste 45 Minuten und die mit einer vorbildlichen SG-Defensivarbeit. Die kurze Abtastphase endete in der 4. Minute mit dem Treffer durch Nicolas Gräsl zum 0:1. Danach übernahmen die Gastgeber das Ruder und legten bis zur 11. Minute mit 5:3 vor. Das war auch die Phase in der TW Felix Behrens, der sich während der Partie immer wieder mit Simon Biller abwechselte, seine stärksten Szenen hatte.

In der Folge spielten die Hausherren fast Durchwegs aus einer Führung heraus. Was sich aber bereits über 8:6 bis zum 10:8 abzeichnete. Die Frankenwäldler versäumten es immer wieder ihre Zwei-Tore-Führung weiter auszubauen. Chancen dazu gab es in Hülle und Fülle. Doch immer wieder hatte Gästekeeper Lars Goebel, der das Torhüterduell klar für sich entschied, seine Finger mit am Spielgerät und verhinderte so größere Rückstände.

Wie es dann eben so läuft, wenn zu viel liegen gelassen wird. Die Führung wechselte auf Gästeseite. Doch auch dort war man nicht in der Lage mehr Kapital daraus zu schlagen, sodass die Gastgeber den Hebel nochmals umlegen konnten und eine 14:12-FÜhrung mit in die Kabine nahmen. Mit dem Rückenwind aus der Schlussphase von Halbzeit eins ging es dann sofort nach Wiederanpfiff weiter.

Vom 15:12 bis zum 17:14 lief dann Forchheim zwischenzeitlich sogar einem Drei-Tore-Rückstand hinterher. Doch erneut zahlreiche Fehlversuche bauten die Gäste wieder auf. In dieser Phase und dem damit verbundenen Ablauf bis zum 20:23 hatte der HCF seine stärksten Szenen. Mit einem Quäntchen mehr Glück wäre in diesen Minuten vielleicht sogar die Vorentscheidung möglich gewesen.

Verhindert hat das eine Energieleistung der gesamten Mannschaft in Verbindung mit einzigartigem kämpferischem Elan bei der am Ende unterm Strich doch zwei verdiente Heimpunkte standen mit denen im Moment mit 6:6 Zählern auf Rang sechs einmal kurzes Durchschnaufen erlaubt ist.

Dazu abschließend Trainer Jens Brett:

„Mit einer vorbildlichen kämpferischen Leistung der gesamten Mannschaft haben wir diesen eminent wichtigen Heimsieg eingefahren. Dabei haben wir uns auch durch den Rückstand in der zweiten Halbzeit nicht verunsichern lassen und sind stark zurück gekommen. Das gilt es in die kommenden Wochen mitzunehmen und das Punktekonto ins Plus zu schieben.“

Ein Ziel, das es dann nach einer Woche Herbstferienpause anzupeilen gilt. Dass die Mannen aus Helmbrechts und Münchberg am Samstag, 7. Nov. ausgerechnet beim Spitzenreiter TSV Roßtal auf´s Parkett müssen sollte dem Vorhaben nicht unbedingt negativ im Wege stehen. Zumal bekannt ist, dass gerade gegen Spitzenmannschaften die SG Besonderes imstande zu leisten ist.

SG Helmbrechts/Münchberg – HC Forchheim 28:26 (14:12)

SG Helmbrechts/Münchberg: Behrens, Biller; Ende, Panzer (2), S. Pritschet (2), Zach (6/1), Schrepfer, Bär, Merz (3), Gmach, Bilek, Jo. Roßner (2), Ja. Pritschet (11), Opel (2).

Schiedsrichter: Förster / Ludwig (Michelfeld) Zuschauer: 270. – Zeitstrafen: 2; 1. – Siebenmeter: 2/2; 3/3.