Es gibt Spiele wo am Ende außer leeren Händen nichts bleibt. Da will man sich nach Abschluss am besten verkriechen und allen Fragen aus dem Weg gehen. Es gibt aber auch Begegnungen, die genau so laufen wie die Vorstellung der SG Helmbrechts/Münchberg beim Regionalligaabsteiger DJK Waldbrüttelbrunn.
Dann will man nach Abpfiff nur noch genießen und auch ein Stück weit -jeder für sich- das gerade Erlebte noch einmal gedanklich durchgehen und dann sacken lassen.
Moritz Panzer, ein Baustein dieser eindrucksvollen Auswärtsvorstellung spricht das aus, was alle anderen wahrscheinlich genau so oder ähnlich gedacht haben:
„Es war ein Befreiungsschlag für uns, wir haben mit einer geschlossenen und guten Mannschaftsleistung gezeigt, das wir unser Spiel auf die Platte bringen können und in der Abwehr wieder zu den alten Stärken zurückfinden konnten.“
Vor allem war es die Deckung, die im Verbund hervorragende Arbeit ablieferte und zudem einen an diesem Tag überragenden Felix Behrens zwischen den Pfosten hinter sich wusste. Zusammen legten sie vom Anpfiff weg den Grundstein für den späteren zwar insgeheim erhofften aber in der Höhe nicht erwarteten Auswärtserfolg beim Regionalligaabsteiger.
Die Abtastphase endete in der dritten Minute mit einem Strafwurf für die SG. Fehlversuch durch Darek Zach. Sollte das der Auftakt zu einem ähnlichen Spielverlauf wie bei den letzten beiden deutlichen Niederlagen werden. Vorweggenommen: Der wurde es nicht! Im Gegenteil. Die torlose Anfangsphase auf beiden Seiten konnten die Gastgeber nicht zum Vorteil nutzen. Moritz Panzer, der an diesem Tag zusammen mit Keeper Felix Behrens aus einer geschlossenen Mannschaftsleistung noch herausragte, brachte seine Farben in der 4. MInute in Führung.
Dass danach Waldbüttelbrunn nur zum 1:1 und 2:2 ausgleichen konnten und in der weiteren Folge der Musik nur noch hinterher lief war so nicht zu erwarten. Die Würzburger Vorortler hatten ihre beiden bisherigen Hausaufgabe fehlerfrei gelöst und wollten einen weiteren doppelten Punktgewinn folgen lassen.
Doch arbeiteten die Gäste vom Anpfiff weg an der Verhinderung dieses Vorhabens.
Es gibt sie immer wieder, die torarmen Phasen in einem Handballspiel. Die gab es auch in diesem Match, denn erst nach der 12. Minute beim Stande von 3:5 nahm die Partie an Fahrt auf. Bis zur 20. Minute stellten die Gäste auf 5:9. Bis dahin war bereits viel Gutes aus der Arbeit der SG herauszulesen. Es war die mannschaftliche Geschlossenheit und der Wille nach zwei Partien, die man sich vom Verlauf her ganz anders vorgestellt hatte und am Ende eben der Ertrag fehlte. Aus nahezu allen Aktionen war herauszulesen und zu spüren, dass die Frankenwäldler nicht nur um Wiedergutmachung bemüht waren. Sie brachten sie auch auf die Platte – die Umsetzung funktionierte.
Das setzte sich so auch in der Schlussphase der ersten Hälfte fort. Waldbüttelbrunn war um ein offenes Spiel bemüht. Dafür fehlte aber die zählbaren Erfolge, denen Felix Behrens immer wieder im Wege stand. So kamen die Unterfranken nie näher als bis auf drei Treffer heran. Die Viertoreführung beim Seitenwechsel war Beleg eines jederzeit souveränen Auftritt der Mannen aus Helmbrechts und Münchberg.
Vor allem nur neun Gegentreffer in Halbzeit eins waren Beweis dafür, dass mit einer ähnlich sattelfesten Abwehr im Hälfte zwei die Auswärtspunkte keine Utopie mehr sein sollten. In den Minuten nach Wiederanpfiff war zu erkennen, dass die Gäste mit dem genau gleichen Elan wieder ins Spiel zurückkehrten, der sie schon vor der Pause auszeichnete.
Mit zunehmender Spieldauer bauten die Brett-Schützlinge die Führung dann Tor für Tor aus. In der 50. Minute war es dann soweit. Beim 16:26 standen erstmals 10 Tore Differenz auf der Anzeigentafel und damit rückte der erhoffte doppelte Punktgewinn immer näher. Es war auch die Phase in der es augenscheinlich wurde, dass sich die Hausherren langsam mit dem Gedanken der ersten Heimniederlage in dieser Saison auseinandersetzten.
Nie selber in Führung gegangen, immer in der Verfolgerrolle und dies zudem an einem Tag, an dem die SG zu keinem Zeipunkt bereit war, das Spiel auch nur phasenweise in die Hände des Gegners abgleiten zu lassen. In den letzten 10 Minuten waren die Frankenwäldler dann nur noch darauf aus, ihren Vorsprung sicher über die Ziellinie zu bringen. Mit 5:5 verlief die Endphase vor der Torfolge her deshalb völlig ausgeglichen.
Am Ende stand ein hochverdienter Auswärtserfolg, wo von der ersten Minute an zu spüren war, dass die SG die beiden letzten Niederlagen bei der SG Auerbach/Pegnitz und daheim gegen den HC Sulzbach-Rosenberg vergessen machen wollte. Die Mannschaft hat als Kollektiv super auf die gestellte Herausforderung reagiert.
Der Sieg sollte Selbstvertrauen für die nächsten Aufgaben gegen Forchheim und in Rosstal geben. Wenn in diesen beiden Begegnungen ähnlch geschlossene Teamleistungen abgerufen werden, dann wird man auch diesen beiden Gegnern Paroli bieten können.
DJK Waldbüttelbrunn – SG Helmbrechts/Münchberg 21:31 (9:13)
SG Helmbrechts/Münchberg: Behrens, Biller; Ende (1), Panzer (6), S. Pritschet (3), Zach (7), Bär (5/4), Strößner, Merz, Gmach, Ja. Roßner, Bilek (1), Jo. Roßner (3), Ja. Pritschet (5), Opel.
Schiedsrichter: Balzer / Schreiner (Gefrees) Zuschauer: 170. – Zeitstrafen: 2; 6. Rote Karte: Bence Szatmari – DJK (40. Min.) -Siebenmeter: 4/4, 6/4.
